Risiko Terror: Gewalt als Exportgut - DER SPIEGEL
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Risiko Terror Gewalt als Exportgut

Haben die Anschläge vom 11. September 2001 dem Terrorismus eine neue Bedeutung verliehen? Ein neuer Aspekt ist die wachsende internationale Dimension, meint der ehemalige US-Botschafter Richard Burt, der jetzt eine weltweite Beratungsfirma für Risikomanagement leitet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Burt sieht Terrorismus als ständigen Begleiter der Gesellschaft, mit dem man umgehen müsse: Es gehe darum, Fragen zu beantworten wie: "Warum hassen sie uns?" oder "Warum werden bestimmte Terrorgruppen in bestimmten Ländern öffentlich unterstützt?"

Militärische Reaktionen sowie Versuche, ein demokratisches Regime mit Gewalt zu installieren, bergen kurzfristig hohe Risiken, so Burt. Militärschläge verschaffen terroristischen Gruppen häufig mehr Zulauf, und junge Demokratien sind anfällige Gebilde. Der Terrororganisation IRA zum Beispiel wurde die öffentliche Unterstützung durch politischen Wandel entzogen, nicht durch militärische Präsenz.

Die Bedrohung durch Terrorismus wachse allein dadurch, dass der Irak derzeit beste Bedingungen für terroristische Gruppen biete, meint die Terrorforscherin Jessica Stern. Diese Gruppen dürften ihre Aktivitäten bald in andere Länder exportieren, da terroristische Anschläge immer mehr als Krieg mit anderen Mitteln gegen scheinbar übermächtige Nationen wie die USA gesehen werden.

"Terroristen fühlen sich benachteiligt, unterdrückt und gedemütigt. Das Gefühl von Benachteiligung und Demütigung hat mit der Globalisierung zugenommen", sagt Stern. Da Regierungen den Globalisierungsprozess sowie dessen gesellschaftlichen Effekt nicht aufhalten werden, müssen sie nach Wegen suchen, Bevölkerung und Volkswirtschaft vor neuen terroristischen Angriffen besser zu schützen.