Röster-Rolex: 20 Uhren für 850 Filialen - DER SPIEGEL
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Röster-Rolex 20 Uhren für 850 Filialen

Mit der Ankündigung, Uhren der Nobelmarke Rolex zu verkaufen, hat der Kaffee-Röster Tchibo einen Riesenwirbel ausgelöst. Bei näherem Hinsehen jedoch entpuppt sich das Angebot als geschickt inszenierter Werbegag.
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Hamburg - "Der Verkauf von Uhren hat bei Tchibo Tradition", erklärt Tchibo-Sprecher Joachim Klähn stolz. 20 Jahre betreibe man jetzt das Geschäft mit großem Erfolg. Immerhin hätten bereits rund 20 Millionen Käufer die günstigen Angebote genutzt.

Deshalb also jetzt die Sonderaktion: Rolex-Uhren, verschiedene Modelle, keine Nachbildungen, wie Klähn betont - zum sagenhaften Sonderpreis von 2002 Euro das Stück. Die Zahl solle das Jubiläum repräsentieren und liege überdies bis zu 48 Prozent unter dem jeweils empfohlenen Richtpreis des Nobelherstellers.

Doch jetzt kommt der Haken: Gerade einmal 20 Uhren will Tchibo ab Ende Mai im Internet oder über Bestellzettel in seinen Filialen anbieten. "Unter den Bestellern wird dann das Los entscheiden", sagt Klähn - die Rolex-Sonderaktion entpuppt sich damit als Preisausschreiben gegen Gebühr.

Bei Rolex läuft unterdessen die Fahndung nach dem Verkäufer der Uhren. "Sollte es sich um eine Fälschung handeln, werden wir sofort gerichtlich gegen Tchibo vorgehen", kündigte der Rechtsanwalt der Firma Rolex, Hans Hellmann, im "Handelsblatt" an.

Rolex Deutschland prüfe überdies, den Verkauf mit einer einstweiligen Verfügung zu unterbinden, erklärte Hellmann. Rolex-Uhren unterlägen einer strengen Vertriebsbindung und dürften von ausgewählten Fachhändlern nur an Endkunden oder andere Konzessionäre abgegeben werden. "Wir können das auf keinen Fall akzeptieren", sagte Hellmann. Tchibo könne der Verkauf auch dann untersagt werden, wenn das Unternehmen sich die Ware auf unlauterem Weg beschafft habe, zum Beispiel durch Vertragsbruch eines Dritten.

Tchibo legt sich bereits zum zweiten Mal mit dem Uhrenhersteller an. Ende der 70er-Jahre hatte der Kaffeeröster unter dem Slogan "Ein Porsche zum Polo-Preis" gefälschte Rolex-Uhren in seinen Filialen verkauft. Nach einem 13-jährigen Rechtsstreit einigten sich die Parteien auf einen Schadenersatz in Höhe von 2,3 Millionen Mark.