Rogowskis Doppelrolle - DER SPIEGEL
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RÜSTUNGSINDUSTRIE Rogowskis Doppelrolle

• aus DER SPIEGEL 35/2003
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In Deutschland hat die amerikanische Carlyle Group, die mit dem Geld von Großanlegern weltweit Firmen aufkauft, mächtige Gegner wie die rot-grüne Regierung, aber auch einflussreiche Freunde wie etwa Michael Rogowski, den Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Er sitzt im europäischen Beraterkreis des amerikanischen Finanzinvestors, der sich besonders gern im Rüstungsgeschäft engagiert und für den auch George Bush senior und Ex-US-Außenminister James A. Baker arbeiten. Carlyle hat, neben anderen ausländischen Investoren, großes Interesse an der deutschen MTU, vor allem an deren Rüstungsgeschäft. Der Triebwerksbauer gehört zum DaimlerChrysler-Konzern, der ihn aber loswerden möchte. Doch Bundeskanzler Gerhard Schröder und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement wollen einen Ausverkauf der deutschen Rüstungsindustrie verhindern und deshalb das Außenwirtschaftsgesetz ändern: Die Regierung soll ein Vetorecht erhalten, wenn Ausländer mehr als 25 Prozent eines deutschen Rüstungsunternehmens kaufen wollen. Gegen diese Pläne wehrt sich der BDI. Der Industrieverband kann in der Doppelrolle seines Präsidenten keine unzulässige Interessenverquickung erkennen: Rogowski gehöre dem Carlyle-Gremium erst seit einem halben Jahr an und habe noch an keiner Sitzung teilgenommen. »Als BDI treten wir traditionell für freien Wettbewerb ein«, so die Stellungnahme des Verbands. »Wir können uns in einer so wichtigen Frage nicht enthalten oder unsere Meinung ändern, weil hier die ganze Branche der Wehrtechnik in Deutschland betroffen ist und nicht nur ein einzelnes Unternehmen.«

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