Rohölpreis "Wie ein Magnet Richtung 50 Dollar"
Hamburg/New York - Am Montagmorgen wurden im außerbörslichen Handel in New York bereits 46,90 Dollar bezahlt, nachdem am Freitag zu Handelsschluss ein Endpreis von 46,58 Dollar festgestellt worden war. "Es gibt eine reelle Chance, dass wir 47 oder 48 Dollar diese Woche sehen. Der Markt wird offenbar wie ein Magnet in Richtung 50 Dollar gezogen", sagte der Präsident der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft PDVSA, Ali Rodriguez.
In dem südamerikanischen Land fand am Sonntag eine Volksabstimmung über die Zukunft des Präsidenten Hugo Chavez statt. Politische Unruhen hatten in der Vergangenheit die Ölexporte Venezuelas öfter behindert. Während der Abstimmung war nichts über Produktionsunterbrechungen bekannt geworden.
Der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), der indonesische Ölminister Purnomo Yusgiantoro, wies erneut darauf hin, dass die hohen Ölpreise nicht auf einen Nachfrageüberhang zurückzuführen seien. Tatsächlich sei das Angebot 1,5 bis zwei Millionen Barrel pro Tag größer als die Nachfrage, erklärte er.
Als ein Grund für die hohen Preise gilt weiter, dass spekulative Käufer am Markt sind. Sie erwarten, dass politische Probleme wie etwa Kämpfe im Irak, Unruhen in Venezuela oder der Streit zwischen dem russischen Staat und dem Ölgiganten Jukos Ängste vor Produktionsausfällen schüren. Dann würde der Ölpreis weiter steigen und die Spekulation aufgehen.
Der offizielle Opec-Ölpreis betrug im Durchschnitt der vergangenen Woche 40,09 Dollar, nach 39,13 Dollar in der Woche davor. Im ganzen Jahr 2003 lag der Durchschnitt bei 28,10 Dollar. Am Freitag war der Opec-Preis weiter gestiegen auf 41,33 Dollar. Die Organisation berechnet diesen so genannten Korbpreis aus sieben verschiedenen Ölsorten der Mitgliedsländer.