Rohstoffkonzerne Megafusion in US-Metall-Branche
New York - Mit dem Zusammenschluss geht ein rund ein Jahr langer Übernahmekampf um die Rohstoff-Konzerne Inco und Falconbridge zu Ende. Der Kupferkonzern Phelps tritt als sogenannter Weißer Ritter bei den beiden kanadischen Firmen auf. Dabei versüßen Phelps und Inco den Aktionären ein bestehendes Inco-Angebot für Falconbridge über 19 Milliarden Kanadische Dollar. An Inco war auch der kanadische Konzern Teck Cominco interessiert. Für Falconbridge hatte Xstrata aus der Schweiz ein feindliches Übernahmeangebot abgegeben.
In Zeiten boomender Rohstoffpreise waren die Anbieter Inco und Falconbridge lohnenswerte Übernahmeziele geworden. Nicht nur der Preis für Nickel ist im Höhenflug, auch Kupfer und andere Rohstoffe haben sich in den vergangenen Monaten kräftig erhöht. Besonders die Nachfrage von Boomländern, wie China und Indien, treibt die Nachfrage der Rohstoffe an. Der neue Konzern Phelps Dodge Inco wird einen Großteil der Nickel- und Kupferproduktion kontrollieren. So steigt das Unternehmen zum größten Nickelkonzern der Welt auf und wird zudem der größte börsennotierte Kupferkonzern.
Phelps teilte mit, es kaufe Inco für 80,13 Kanadische Dollar in bar und Aktien je Inco-Anteilsschein. Im Gegenzug erhöhe Inco seine Offerte für Falconbridge auf 62,11 Kanadische Dollar je Aktie. Die Unternehmen rechnen bis 2008 mit jährlichen Einsparungen von insgesamt 900 Millionen Dollar. Phelps sicherte zu, in den drei Jahren nach der Fusion in Kanada keine Stellen abzubauen.
Die Konzernzentrale werde am Firmensitz von Phelps in Phönix ansässig sein. Phelps-Chef J. Steven Whisler werde als Chairman und Vorstandschef auch den fusionierten Konzern leiten. Inco-Chef Scott Hand werde Vize-Chairman. Falconbridge-Chef Derek Pannell werde als Präsident der Sparte Inco-Nickel für das gesamte Geschäft mit Nickel, Aluminium und Zink zuständig sein.
Phelps erklärte, die Transaktion sei nicht von dem Erfolg des Inco-Angebots für Falconbridge abhängig. Den Inco-Aktionären würden die gleichen Bedingungen garantiert, die bei zu Stande kommen der Dreier-Fusion gelten. Die Fusion soll im September abgeschlossen sein. Der neue Konzern plant in den ersten zwölf Monaten nach dem Zusammenschluss einen Aktienrückkauf im Wert von fünf Milliarden US-Dollar.
tim/Reuters