Roll-out: Airbus präsentiert den A400M - DER SPIEGEL
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Roll-out Airbus präsentiert den A400M

Roll-out in Sevilla mit leichter Verzögerung: Rund sechs Monate später als ursprünglich angekündigt hat Airbus das erste Exemplar des neuen Militärtransporters präsentiert. Der Flugzeugbauer kann mit einer großen Zukunft des Flugzeugs rechnen - schon jetzt ist der A400M ein Verkaufsschlager.
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Paris/Sevilla - Der spanische König Juan Carlos verlieh der Zeremonie den großen Glanz - Star des Tages war aber zweifelsohne der A400M. Das Flugzeug mit bis zu 37 Tonnen Frachtkapazität soll zum Rückgrat einer angestrebten europäischen Transporterflotte werden. "Dieser Roll-out ist das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen und des Einsatzes aller, die an diesem Programm beteiligt sind", sagte Carlos Suárez, Chef der in Madrid ansässigen Airbus Military Company S.A.S.. EADS-Chef Louis Gallois kündigte den Jungfernflug indirekt für Ende September an: Der Sommer dauere bis Ende September, betonte er. Gallois zitierte Airbus-Chef Tom Enders, der den Erstflug für September oder Oktober erwarte. Der Zeitplan sei sehr straff, sagte Gallois.

Der Weg bis hin zu diesem Festtag verlief keineswegs ohne Probleme. Die Verzögerungen bei der Entwicklung des A400M hatten 2007 das Ergebnis beim Airbus-Konzern EADS mit 1,4 Milliarden Euro belastetet.

Für Militärgerät ungewöhnlich, entwickelt sich der Transporter aber noch vor seiner Indienststellung zum Verkaufsschlager. Bisher wurden 192 Maschinen fest bestellt, davon 180 vom europäischen Beschaffungsamt OCCAR. Der Stückpreis liegt bei 100 Millionen Euro, einschließlich Wartung deutlich darüber. Die Erstauslieferung wurde um sechs bis zwölf Monate verschoben. Frankreich soll 2010 die erste Maschine erhalten, die Bundeswehr muss bis 2011 warten.

Trotz des Rückschlags im Ausschreibungsverfahren gab sich Gallois weiterhin zuversichtlich, auch den 35-Milliarden-Dollar-Auftrag der US-Luftwaffe zum Bau von 179 Tankflugzeugen zu erhalten. "Wir haben die Ausschreibung gewonnen", sagte der EADS-Chef. Den Vorsprung vor Boeing gelte es nun aufrechtzuerhalten. Er sei davon überzeugt, dass das Flugzeug von EADS den US-Anforderungen am besten entspreche.

Der Rechnungshof (GAO) des US-Kongresses hatte vergangene Woche schwere Fehler im Vergabeverfahren gerügt und empfohlen, die Ausschreibung zumindest teilweise zu wiederholen. Gallois zufolge hat die GAO lediglich einige Punkte im Vergabeverfahren aufgezeigt. Es liege nun am US-Verteidigungsministerium, diese Punkte anzusprechen und den Auftrag weiter voranzutreiben, sagte er weiter.

Die europäischen Streitkräfte warten bereits ungeduldig auf die Maschine, weil sie bisher für Auslandseinsätze Flugzeuge der Ukrainer und Russen anmieten müssen. Der von vier Turboprop-Motoren angetriebene A400M soll ein Fünftel weniger Treibstoff verbrauchen und bei Starts und Landungen schwerer verwundbar sein als herkömmliche Maschinen. Die Bundeswehr ist mit 60 Maschinen der größte Abnehmer vor Frankreich (50), Spanien (27), Großbritannien (25) und der Türkei (10). Auch Südafrika und Malaysia gehören dem Programm an.

Problemfälle bei Airbus

mik/dpa-AFX/Reuters

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