Rolls-Royce Motorenbauer gerät ins Trudeln
London - Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Flugzeugmotoren will wegen der Krise in der Luftfahrt-Industrie 5000 Arbeitsplätze streichen und erwartet für 2002 in seinem Kerngeschäft eine Halbierung der Profite. Die Lieferung von Triebwerken für Zivilflugzeuge werde 2002 um 30 Prozent sinken, prognostizierte das britische Unternehmen am Freitag. Als Ursache nannte Rolls-Royce den Rückgang im Flugverkehr seit den Terroranschlägen vom 11. September, die bei den Fluggesellschaften zu Stellenstreichungen und verzögerter Auftragsvergabe geführt hätten.
Umsatzminus von einer Milliarde Pfund
An den bisherigen Ergebnisprognosen für 2001 will das Unternehmen jedoch festhalten. Die Gewerkschaften kritisierten die geplanten Stellenstreichungen und verwiesen auf ein gefülltes Orderbuch mit Aufträgen in Höhe von 15 Milliarden Pfund.
"Wir erwarten schwierige Marktbedingungen für die zivile Luftfahrt für 2002 und 2003 und ergreifen die notwendigen Maßnahmen, um Überkapazitäten abzubauen sowie Kosten und Kapazitäten mit der Nachfrage in Einklang zu bringen", sagte Rolls-Royce-Chef John Rose. Die Motorenschmiede rechnet damit, dass seine Umsätze in der Zivilluftfahrt im kommenden Jahr um eine Milliarde Pfund schrumpfen werden.
Stellenstreichungen in der gesamten Triebwerksbranche
Die zivile Luftfahrt liefert mehr als die Hälfte der Konzernumsätze. Die angekündigten Sparmaßnahmen, die im ersten Jahr einen Mehraufwand von 200 Millionen Pfund fordern, sollen die Belastungen der Gruppe um jährlich 250 Millionen Pfund senken.
Bei Rolls-Royce ist jeder Zehnte der insgesamt 43.000 Beschäftigten von den Stellenstreichungen betroffen. Allein in Großbritannien geht es um 3800 Jobs. Auch General Electric und Pratt & Whitney, eine Tochter von United Technologies , hatten Anfang des Monats umfangreiche Stellenstreichungen bekannt gegeben.