Rote Zahlen: Grundig am Abgrund - DER SPIEGEL
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Rote Zahlen Grundig am Abgrund

Schon einmal musste die Traditionsfirma Grundig durch ausländische Investoren vor der Insolvenz bewahrt werden - noch immer aber schreibt die Firma tiefrote Zahlen. Nur dank einer Finanzspritze kann sie vorerst weiter existieren.
Von Anne Preissner und Ursula Schwarzer
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Vor knapp drei Jahren wurde die Nachfolgefirma Grundig Intermedia gegründet - deren finanzielle Lage ist weiter extrem angespannt. Das Defizit summiert sich allein in den ersten beiden Quartalen des laufenden Geschäftsjahres auf 20 Millionen Euro, wie das "manager magazin" berichtet.

Nur weil sich die beiden paritätischen Gesellschafter (die türkische Beko Elektronik und die britische Alba) verpflichtet haben, im Januar das Kapital der deutschen Tochter von jetzt nur noch 1,8 Millionen Euro um mehr als 40 Millionen Euro zu erhöhen, kann Grundig Intermedia vorerst weiter existieren.

Verursacht wurde das Defizit unter anderem durch erhebliche Qualitätsmängel bei den Grundig-Fernsehern, beträchtliche Lagerbestände und zu hohe Kosten. Im schnell wachsenden deutschen Markt für LCD- und Plasma-Fernseher hält Grundig Intermedia einen marginalen Anteil von 2,5 Prozent.

Der neue Alleingeschäftsführer Hans-Peter Haase wird nun die Belegschaft von 450 auf 360 Mitarbeiter verringern. Nachgedacht wird auch über eine Auslagerung der Logistik und Informationstechnik.