Rover-Belegschaft: "Notfalls marschieren wir durch München" - DER SPIEGEL
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Rover-Belegschaft "Notfalls marschieren wir durch München"

Die britische Regierung und Beschäftigte von Rover wollen die BMW-Führung dazu bringen, doch noch auf das Angebot des ehemaligen Rover-Chefs John Towers einzugehen. Der Münchner Konzern winkt jedoch ab.
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London/Birmingham - Nach Ansicht des britischen Industrieministers Stephen Byers gibt es bei dem Verkauf von Rover nur noch wenig Spielraum. Eine Einigung zwischen dem BMW-Konzern und dem Risikokapitalfonds Alchemy steht nach seinen Worten kurz bevor. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass sie einem Abschluss der Verhandlungen sehr nahe sind," sagte Byers.

Er forderte BMW auf, "auch in diesem sehr späten Stadium" dem Phoenix-Angebot gegenüber "Fairness" zu beweisen. Das Phoenix-Konsortium unter Leitung des ehemaligen Rover-Chefs John Towers hat ein Gegenangebot für die Übernahme von Rover gemacht. BMW sei es den Beschäftigten bei Rover schuldig, dieses Angebot genau zu prüfen, sagte Byers.

Ein BMW-Sprecher sagte jedoch, dass der Konzern weiterhin ausschließlich mit dem Risikokapitalfonds Alchemy über einen Verkauf von Rover verhandele. Das Gegenangebot des Phoenix-Konsortiums werde hingegen nur geprüft, sagte er.

In Birmingham demonstrierten am Mittwoch mehrere 100 Rover-Beschäftigte für den Phoenix-Plan. Ihr Sprecher Carl Chinn sagte, sie würden notfalls auch durch die Straßen von München marschieren, um BMW zur Annahme des Phoenix-Plans zu bewegen.

Im Gegensatz zu Alchemy will Phoenix bei Rover bis zu 250.000 Wagen pro Jahr produzieren und zwei Drittel aller Arbeitsplätze erhalten. Dieser Plan hat die Unterstützung der britischen Regierung und der Gewerkschaften. Alchemy will nur noch etwa 50.000 Sportwagen pro Jahr in Großbritannien bauen. Als Folge davon wird der Verlust von bis zu 19.000 Stellen bei Rover, seinen Zulieferern und anderen von der Autofirma abhängigen Unternehmen befürchtet.