Rover Chinesen wollen Traditionsnamen kaufen
Frankfurt am Main - Das einstige Erfolgsunternehmen Rover war in seinen letzten Jahren ein schwerer Pflegefall. Doch der gute Name des britischen Traditions-Autobauers hat immer noch seinen Glanz, und von dem könnten bald Fahrzeuge aus Fernost profitieren. Neben verschiedenen anderen Interessenten zeigen die chinesischen Firmen SAIC Motor Corp sowie Nanjing Auto lebhaftes Interesse an den Nutzungsrechten der Marke, die BMW jetzt verkaufen will. Entschieden sei allerdings noch nichts, sagte ein Sprecher von BMW. Es sei auch nicht absehbar, wann eine Einigung erzielt werde.
Mit dem guten Namen macht BMW eines der letzten Teilstücke von Rover zu Geld - der Rest des Unternehmens ist bereits filetiert und auf zahlreiche neue Besitzer aufgeteilt. Dass Modell Range etwa wird inzwischen von Ford hergestellt, der neue Mini läuft bei BMW vom Band. SAIC unterlag im vergangenen Jahr im Bieterprozess um MG Rover der heimischen Konkurrenz von Nanjing Auto, die den Zuschlag für rund 72 Millionen Euro bekam - SAIC aber besitzt die Rechte zum Bau des Kleinwagens Rover 25 und des Rover 75 Saloon aus einer früheren Transaktion.
Nanjing Auto will staatlichen Medien zufolge nun sein eigenes Modell des MG75 Sedans auf den Markt bringen - der Wagen soll schon im ersten Halbjahr 2007 zu haben sein und mit Hilfe zugekaufter Technologie gefertigt werden. SAIC kündigte erst gestern an, neben der Kooperation mit Volkswagen und General Motors künftig auch verstärkt eigene Wagen entwickeln zu wollen - das erste neue Modell solle dabei auf den Rover 75 aufbauen. Außerdem will SAIC ab 2007 in großem Maßstab in die Europäische Union exportieren. Der Markenname Rover würde sich auf den bisher namenlosen Autos sicher gut machen.
Rover hatte 2005 endgültig Pleite gemacht. An der Sanierung des maroden britischen Unternehmens war selbst BMW gescheitert: Zwischen 1994 und 2000 steckten die Münchner rund fünf Milliarden Euro in Rover - dann verscherbelten sie das Unternehmen für symbolische zehn Pfund an vier Geschäftsleute. Die Rechte an der Marke fielen jedoch nach dem Bankrott an BMW zurück.
ase/Reuters