Rover-Debakel: BMW droht offen mit Schließung - DER SPIEGEL
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Rover-Debakel BMW droht offen mit Schließung

Der bayerische Autobauer könnte die Verhandlungen mit der Phoenix-Gruppe vorzeitig abbrechen. Dem britischen Konsortium fehlt offenbar der finanzielle Rückhalt.
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München - BMW-Sprecher Axel Obermüller bestätigte am Freitag die Zweifel an der Finanzkraft der Phoenix-Gruppe um den ehemaligen Rover-Chef John Towers. Es fehle nach wie vor die Absicherung des Phoenix-Angebotes durch klare Kreditlinien. Wenn sich daran nichts ändere, so Obermüller, könnte sich BMW noch vor Ende Mai für eine Schließung von Rover entscheiden.

Zuvor hatten britische Zeitungen berichtet, die Banken in der Londoner City hätten Phoenix ihre Unterstützung verweigert. So sollen HSBC, Barclays, NatWest und die Lloyds Bank dem Phoenix-Konsortium eine Absage für weitere Kredite erteilt haben. Es wird davon ausgegangen, dass Phoenix rund 200 Millionen Pfund braucht, um seine Pläne zu realisieren.

Auch eine Unterstützung durch die britische Regierung ist nicht gesichert. Ein Regierungssprecher sagte in London, es habe zwar Gespräche zwischen Towers und Industrieminister Stephen Byers gegeben, dort sei jedoch keine öffentliche Finanzhilfe vereinbart worden.

Weitere Verhandlungen mit der Finanzholding Alchemy sind offenbar nicht geplant. BMW hat auf ein erneutes Verhandlungsangebot von Alchemy bisher nicht reagiert, da die britische Investoren dabei neue Bedingungen gestellt hatten.

Unterstützung erfährt Rover offenbar von den Autokäufern in Großbritannien. Die Rover-Erstzulassungen hätten sich im April mit 116 Prozent mehr als verdoppelt, teilte der britische Automobilverband SMMT am Freitag mit. Die Verbraucher nutzten die Sonderangebote, die Rover wegen der unsicheren Zukunft des Konzerns gemacht habe, hieß es. Insgesamt ging die Zahl der Erstzulassungen in Großbritannien im vergangenen Monat um acht Prozent auf 168.200 zurück.