Rover-Streit Müssen drei BMW-Vorstände gehen?
London/München - Auf der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag solle die Entlassung der Vorstände beschlossen werden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Betroffen seien Vertriebschef Henrich Heitmann, Entwicklungschef Wolfgang Ziebart und Produktionsvorstand Carl-Peter Forster. Alle drei sind erst seit gut einem Jahr im Amt. Ein BMW-Sprecher wollte die Meldung nicht kommentieren.
Vorstandschef Joachim Milberg will den Aufsichtsrat zudem über die Verkaufspläne informieren. Weil die Verluste bei Rover 1999 mit über 2,5 Milliarden Mark höher ausgefallen seien als erwartet, habe die Familie Quandt als wichtigster BMW-Aktionär die Geduld verloren, so die "Süddeutsche Zeitung". Das "Abenteuer Rover" habe BMW bis heute über sechs Milliarden Mark gekostet. Deshalb werde das Stammwerk von Rover in Longbridge bei Birmingham voraussichtlich geschlossen. Die profitablen Rover-Marken Mini und Land Rover wolle BMW aber behalten.
Als Favorit für die Übernahme eines Teils der Rover-Gruppe von BMW gilt nach einem Bericht des "Handelsblatt" eine amerikanisch-britische Investorengruppe, mit der bereits seit einigen Monaten Gespräche geführt werden. Dieses Thema werde schon länger diskutiert, schreibt die Zeitung unter Berufung auf BMW-Aufsichtsratskreise. Danach würden die Investoren die Marken Rover und MG von BMW übernehmen. Außerdem sollen die Fabriken komplett auf diese Gruppe übergehen. Laut "Süddeutscher Zeitung" residieren die Käufer im Steuerparadies Cayman Inseln.
Erst vor einem Jahr kam es bei BMW im Zuge des Rover-Debakels zu einer schweren Führungskrise. Fast der komplette BMW-Vorstand wurde ausgetauscht. Der Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder musste den Konzern verlassen. Auch der langjährige Entwicklungschef Wolfgang Reitzle legte sein Amt nieder. Bei der Umgruppierung des Vorstands kamen auch Forster, Heitmann und Ziebart in ihre neuen Ämter. An die Spitze rückte Milberg.