Rover-Verkauf: Alchemy greift BMW an - DER SPIEGEL
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Rover-Verkauf Alchemy greift BMW an

Alchemy macht BMW für das Scheitern der Übernahme der defizitären Rover-Tochter verantwortlich. Die Münchner hätten die Verhandlungen absichtlich platzen lassen, behauptet der Alchemy-Partner Eric Walters. Der Manager legte noch nach: Der jetzige Rover-Eigner Phoenix könne unmöglich überleben.
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Frankfurt am Main - "BMW hat den wahren Grund für den Gesprächsabbruch nie genannt", sagte Walters der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". In letzter Sekunde hätten die Münchner Forderungen nachgeschoben, die für Alchemy ganz offensichtlich absolut inakzeptabel gewesen seien. Nach Walters Darstellung hatten die Bayern gefordert, dass Alchemy für ein BMW-Darlehen über eine Milliarde Pfund an Rover-Händler gerade steht. "So etwas habe ich in meinem ganzen Berufsleben noch nicht erlebt", so Walters.

Während der Verhandlungen zwischen Alchemy und BMW waren Gerüchte aufgekommen, dass der britische Premierminister Tony Blair die Phoenix-Gruppe als Rover-Eigner favorisiere. Das Konsortium hatte im Vergleich zu Alchemy weitreichendere Zusicherungen zur Erhaltung der Arbeitsplätze bei der britischen Traditionsmarke gemacht. Daraufhin habe Blair hinter den Kulissen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder gesprochen und ihn gebeten, bei BMW zugunsten von Phoenix zu intervenieren, hatte es seinerzeit geheißen.

Eine Woche nach den gescheiterten Verhandlungen zwischen BMW und Alchemy wurde Rover an Phoenix verkauft. "Phoenix kann unmöglich den Sachverhalt eingehend geprüft haben", sagte Walters. Nach einer Studie der Prüfungsgesellschaft KPMG werde Rover als Massenhersteller in den kommenden zwei Jahren 1,2 Milliarden Pfund (3,9 Milliarden Mark) verlieren, schreibt die FAZ. Die Gewinnschwelle für das Werk Longbridge liege bei 1,2 Millionen Autos im Jahr. Die Kapazität betrage aber nur 450.000 Autos, der Verkauf nicht einmal bei der Hälfte davon.

Selbst bei einem Gewinn müsse Alchemy den von BMW erhaltenen Kredit von 500 Millionen Pfund tilgen. "Wie lange braucht man, um 500 Millionen Pfund mit Rover-Autos zu verdienen?", fragte Walters. Alchemy habe dagegen geplant, Rover von einem Massenanbieter zu einem Hersteller sportlicher Fahrzeuge der Marke MG umzubauen und mit der Sportwagenmarke Lotus zusammenzuführen.