Rover-Verkauf: BMW unter massivem Druck - DER SPIEGEL
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Rover-Verkauf BMW unter massivem Druck

Nachdem die Verhandlungen mit dem Phoenix-Konsortium bislang ohne Ergebnis blieben, führt BMW angeblich wieder "diskrete Gespräche" mit Alchemy. Unterdessen droht die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz dem Vorstand des Autokonzerns.
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London - Nach Informationen der britischen Zeitung "The Independent on Sunday" verlangt BMW nach wie vor, dass der Risikokapitalfonds Alchemy für die 100 Millionen Pfund an Verlusten aufkommt, die sich bei Rover seit Beginn der Gespräche angehäuft hätten. Dies sei weiter das Hauptproblem bei den Verhandlungen.

Alchemy-Partner Eric Walters hatte sein Angebot wiederholt, die vor gut einer Woche abgebrochenen Gespräche erneut aufzunehmen. "Ein Telefonanruf genügt", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". Die Schuld am Scheitern der Verhandlungen gab er den Münchnern: "BMW torpedierte den Deal in letzter Minute." Der Konzern habe "anscheinend beschlossen, das Werk Longbridge zu schließen".

Offiziell verhandelt BMW zurzeit nur mit der Phoenix-Gruppe unter Leitung des ehemaligen Rover-Chefs John Towers. Dem britischen Konsortium fehlen nach Zeitungsberichten jedoch noch 200 Millionen Pfund für die Übernahme.

Von der britischen Regierung kann Phoenix offenbar keine Hilfe erwarten: Die im vergangenen Jahr für den Ausbau der Fabrik Longbridge zugesagten Subventionen stehen nach Informationen des "Observer" nicht mehr zur Verfügung, andere Staatshilfen seien unwahrscheinlich. Nach Angaben der "Sunday Times" verhandelt Phoenix mit der sechstgrößten US-Bank, der First Union Bank of North Carolina, über einen Kredit für die fehlenden 200 Millionen Pfund.

Angesichts dieser Probleme wird eine Schließung von Rover immer wahrscheinlicher: "Es besteht wirklich die Möglichkeit, dass wir Ende des Sommers die Schließung von Longbridge erleben", sagte Rover-Chef Werner Sämann der "Financial Times". "Es könnte drei Monate dauern, nicht länger."

Unterdessen wächst der Druck auf die Konzernmutter BMW: Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) schloss nicht aus, dem Vorstand auf der Hauptversammlung Mitte Mai die Entlastung zu verweigern. Der Kauf von Rover sei ein riesiger Fehler gewesen, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker der "Welt am Sonntag". Die missglückte Abwicklung des Verkaufs zeuge "von reinstem Dilettantismus".