Rover-Verkauf BMW will mit Phoenix-Konsortium verhandeln
München - Am Dienstag werde man sich erstmals zusammensetzten, bestätigte BMW. Im Moment stelle sich dieser Weg nicht nur als gangbar, sondern auch als die einzige Möglichkeit dar, um Rover zu retten, sagte Vorstandsmitglied Werner Sämann. Andernfalls sei eine Schließung unvermeidlich.
Alchemy und BMW schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter für die geplatzten Verhandlungen zu. Sowohl BMW-Sprecher Richard Gaul als auch Richard Oldworth von Alchemy erklärten gegenüber der "Welt am Sonntag", die jeweils andere Seite habe, als der Deal bereits perfekt schien, überraschend neue Forderungen auf den Tisch gelegt. Nach Informationen der Zeitung sollen die Verhandlungen am Streit über die Kostenübernahme von rund zwei Milliarden Mark gescheitert sein.
Demnach sollen sich Alchemy und BMW nicht nur darüber uneinig gewesen sein, wer die Abfindungen für die zu entlassenen Arbeitnehmer tragen müsse, sondern auch über die Übernahme von Ausgleichszahlungen an Händler. Uneinigkeit habe es zudem darüber gegeben, welcher Wert für produzierte, aber noch nicht verkaufte Autos anzusetzen sei. Klar sei lediglich gewesen, dass Alchemy die Übernahme von Rover mit einer Mitgift von rund 1,6 Milliarden Mark versüßt werden sollte.
Kreise um Alchemy erklärten dagegen, der wegen der Not leidenden Autoindustrie in Zugzwang geratene britische Premierminister Tony Blair habe im Vorfeld der anstehenden Kommunalwahlen die Notbremse gezogen und via Bundeskanzler Gerhard Schröder versucht, BMW zum Ausstieg aus den Verhandlungen zu bewegen. Ziel sei die Aufnahme von Gesprächen mit dem Phoenix-Konsortium unter Führung des ehemaligen Rover-Chefs John Towers gewesen.
Vor den gescheiterten Verhandlungen mit Alchemy hatte BMW allerdings betont, das Phoenix-Angebot sei bisher finanziell nicht abgesichert und biete keine Basis für Verhandlungen. Die britischen Gewerkschaften und die britische Regierung hatten Towers unterstützt, weil er nur 2000 Arbeitsplätze bei Rover streichen will.