Rover VW schlägt angeblich Tauschhandel vor
London/Hamburg/München - Nach einem Bericht der "Sunday Times" verhandeln BMW und Volkswagen über eine Allianz bis hin zum Austausch von Konzernteilen. VW habe dem Münchener Autokonzern angeboten, ihm die chronisch defizitäre britische Tochterfirma Rover abzukaufen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf das Fachmagazin "Car". Im Gegenzug solle BMW Anteile an den VW-Kozerntöchtern Audi, SEAT (Spanien) und Skoda (Tschechien) erhalten.
Ein VW-Sprecher wollte den Bericht am Sonntag weder bestätigen noch dementieren. VW hatte in der Vergangenheit wiederholt Interesse an einer engen Kooperation mit BMW geäußert. Der einstige BMW-Chef Bernd Pischetsrieder wird im Juli in den VW-Vorstand einrücken und zuständig für die Marke SEAT und die Qualität sein. Im übernächsten Jahr wird BMW von VW die britische Marke Rolls-Royce übernehmen.
BMW dagegen dementierte strikt: "Wir haben keinerlei Interesse an einer Kooperation mit VW", sagte Pressechef Richard Gaul am Sonntag. Das Unternehmen sei auch eindeutig nicht an einer Beteiligung an Audi oder einer anderen VW-Tochter interessiert. Es gebe definitiv keine Gespräche mit der Volkswagen AG. BMW hatte in seinem letzten Aktionärsbrief versichert, Rover aus eigener Kraft bis 2002 sanieren zu wollen.
Seit Monaten reißen die Spekulationen nicht ab, BMW könne sich von Rover trennen. Erst am Samstag dementierten die Münchener einen Bericht des SPIEGEL, dem zufolge der Konzern die Schließung der Rover Cars und des Werks Longbridge mit 9000 Mitarbeitern erwäge. "Das steht nicht zur Debatte", sagte ein BMW-Sprecher. Wie der SPIEGEL berichtete, plant BMW als Alternative, Rover Cars mit den Werken Longbridge und Oxford zu verkaufen. Die Entscheidung solle bis zum BMW-Aufsichtsrat im März fallen. Ein ausdrückliches Dementi dazu gab es nicht.