Rückschlag: Pfizer stoppt Cholesterin-Medikament - DER SPIEGEL
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Rückschlag Pfizer stoppt Cholesterin-Medikament

Schwerer Schlag für Pfizer: Der US-Pharma-Konzern hat überraschend die Entwicklung des bislang als viel versprechend geltenden Cholesterin-Mittels Torcetrapib eingestellt – aus Sicherheitsgründen.
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New York - Pfizer hatte große Erwartungen in die Entwicklung von Torcetrapib gesetzt, jetzt stoppte das Unternehmen völlig überraschend alle klinischen Tests, weil sie von unabhängigen Gutachtern für zu gefährlich erachtet wurden. Pfizer stellte umgehend das gesamte Programm für das Medikament ein, das Pfizers Wachstum kräftig ankurbeln sollte. Nur wenige Tage zuvor hatte Pfizer-Chef Jeffrey Kindler angekündigt, bei positiven klinischen Tests könne bereits 2007 die Zulassung für das Medikament beantragt werden.

Das neue Präparat galt bei Pfizer als Hoffnungsträger, der dem Konzern auch dann große Umsätze einbringen sollte, wenn die Patente für Pfizer-Verkaufsschlager wie vor allem das andere Cholesterin-Medikament Lipitor auslaufen. Dann sieht sich Pfizer verstärkter Konkurrenz durch Nachahmerprodukte für den weltweit am meisten verkauften Cholesterin-Senker ausgesetzt. Früheren Angaben zufolge wollte Pfizer für die Entwicklung von Torcetrapib 800 Millionen Dollar ausgeben. Trotz des Rückschlags bekräftigte Pfizer-Chef Kindler seinen Ausblick, den er in der vergangenen Woche gegeben hatte.

Anders als andere Mittel zur Kontrolle des Blutfettspiegels sollte Torcetrapib vor allem das "gute" HDL-Cholesterin ankurbeln und nicht das "böse" LDL-Cholesterin angreifen. Bei den Tests stellte sich jedoch heraus, dass das Medikament den Blutdruck mehr als erwartet erhöht.

An der "Torcetrapib"-Studie nahmen 15.000 Patienten teil, berichtete die US-Wirtschaftsagentur Bloomberg am Sonntag. Es seien 82 Patienten gestorben, die eine Kombination von Torcetrapib und Lipitor eingenommen hätten gegenüber 51 Todesfällen von Patienten, denen nur Lipitor verabreicht worden sei. Pfizer habe eine Milliarde Dollar in die "Torcetrapib"-Entwicklung gesteckt und wollte die US-Vermarktungsgenehmigung in der zweiten Jahreshälfte 2007 beantragen. Analysten rechneten laut Bloomberg letztlich mit einem jährlichen Umsatz von 20 Milliarden Dollar für das Medikament.

phw/dpa/reuters