Rundumkritik: Coke-Chef rechnet mit Mitarbeitern ab - DER SPIEGEL
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Rundumkritik Coke-Chef rechnet mit Mitarbeitern ab

Nach der gestrigen Gewinnwarnung ist Coca-Colas neuer Vorstandschef E. Neville Isdell mit seinem Unternehmen hart ins Gericht gegangen. Er bezeichnete die Lage als dramatisch, das Management als teils unfähig und die Talente vieler Mitarbeiter als bescheiden.
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Atlanta - Als Isdell seinen Job im Mai diesen Jahres antrat, war er noch voller Optimismus. "Wir sind für das Geschäft im Jahr 2004 in guter Form", hatte der Coke-Chef verkündet. Viereinhalb Monate und eine Gewinnwarnung später kommt Isdell zu einer weitaus nüchterneren Einschätzung der Lage. Korrekturen seien bei Coca-Cola von "größter Dringlichkeit", sagte der Manager am Mittwochabend auf einer Analystenkonferenz. "Es ist heute schlichtweg so, dass wir nicht so wachsen, wie wir sollten."

In ungewöhnlich deutlicher Weise kritisierte Isdell die Belegschaft. Bei Coca-Cola erkenne er ein "Defizit bei den Leuten und ein Defizit bei den Fertigkeiten". Im Management, speziell im Marketing, weise sein Unternehmen erhebliche Schwächen auf. Auf Absatzrückgänge in wichtigen Märkten habe man zu spät reagiert. Zudem fehle vielen Managern die Fähigkeit, die Wachstumsstrategien des Konzerns erfolgreich umzusetzen.

Coca-Cola erwartet für das dritte Quartal nur noch einen Gewinn von 35 bis 38 Cent je Aktie. Der Halbjahresgewinn dürfte 77 bis 82 Cent je Aktie erreichen. Die Wall Street hatte für das dritte Quartal mit einem Gewinn von 54 Cent je Aktie und im zweiten Halbjahr mit einem Gewinn von 99 Cent je Aktie gerechnet. Das Papier verlor in New York gestern vier Prozent.

Isdell sagte weiter, dass es für Coca-Colas erhebliche Probleme keine schnelle Lösung gebe. "Leider sehen wir keine unmittelbar positive Wirkung unserer Bemühungen." Es gebe kein "Mantra, das unsere Chancen auf dem Markt in magischer Weise maximieren könnte".