Russischer Ölriese: Jukos für bankrott erklärt - DER SPIEGEL
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Russischer Ölriese Jukos für bankrott erklärt

Das Ende des Giganten ist jetzt beschlossene Sache: Ein Moskauer Gericht hat den russischen Ölkonzern Jukos für insolvent erklärt. Der einst größte Ölkonzern des Landes, der vom inzwischen in Haft sitzenden Ex-Milliardär Chodorkowski gegründet wurde, wird jetzt aufgelöst.
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Moskau - Noch vor wenigen Jahren war Yukos die unangefochtene Nummer eins in der russischen Ölbranche. Aus und vorbei. Nach einem dreijährigen Vorgehen der russischen Steuerbehörden ist der Ölkonzern jetzt von einem Schiedsgericht in Moskau für insolvent erklärt worden. Die Richter folgten in ihrer Entscheidung der Argumentation des Konkursverwalters, der das Unternehmen auf einen Wert von knapp 14 Milliarden Euro bei Gesamtschulden in Höhe von 14,5 Milliarden Euro eingestuft hat. Hauptgläubiger bei Jukos sind der staatliche Konkurrent Rosneft sowie die Steuerbehörden.

Der Insolvenzantrag war im März von 14 westlichen Banken mit der französischen Société Générale an der Spitze gestellt worden. Die Banken hatten Jukos 2003 einen Kredit über eine Milliarde Dollar (790 Millionen Euro) gewährt. Inzwischen wurde das Recht auf Restschulden von 482 Millionen Dollar an Rosneft abgetreten.

In der vergangenen Woche hatten die Gläubiger einen von Jukos vorgelegten Plan zur finanziellen Sanierung des Konzerns abgelehnt. Jukos-Chef Steven Theede trat daraufhin zurück mit der Begründung, der Konkursverwalter habe ohnehin schon entschieden, dass es zur Liquidation von Jukos keine Alternative gebe. Vor diesem Hintergrund sei die Gläubigerversammlung "eine Scharade". Er selbst habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft, den Wert des Unternehmens nach dem Verkauf von Juganskneftegas zu halten oder zu steigern. Der Konzern war mit der Zwangsversteigerung dieser wichtigsten Fördereinheit 2004 faktisch zerschlagen worden.

Auch sei es ihm nicht gelungen, den Börsengang des staatlich kontrollierten Ölkonzerns Rosneft in London zu verhindern, erklärte Theede vorige Woche. Rosneft hatte Juganskneftegas erworben. Mit dem Börsengang werde der Verkauf von gestohlenem Eigentum zementiert, erklärte Theede.

Jukos ist nach Förderzahlen vom Mai dieses Jahres noch die siebtgrößte russische Ölfirma. Der frühere Jukos-Chef Michail Chodorkowski war 2005 in einem umstrittenen Verfahren zu acht Jahren Lagerhaft wegen schweren Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt worden. Der Fall gilt in Expertenkreisen als eine politische Intrige des Kremls mit dem Ziel, den unbequemen Chodorkowski zu entmachten und Jukos an den Staatskonzern Rosneft zu übertragen.

Nachdem Chodorkowski 2003 den Kreml kritisiert und zudem Verhandlungen über einen Verkauf von Jukos-Anteilen an US-Konzerne geführt hatte, gingen die Behörden gegen den Konzern und dessen Eigentümer vor. Jukos-Großaktionär Platon Lebedew wurde im Juli 2003 verhaftet, Chodorkowski im Oktober des Jahres. Kurz darauf beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft einen Großteil der Jukos- Aktien. In der Folge erhoben die Behörden Steuernachforderungen gegen Yukos in Höhe von mehr als 20 Milliarden Euro. Damit begann der Niedergang des Ölriesen.

ase/AP/dpa

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