Russland Gazprom rechnet mit Gewinnhalbierung
Moskau - Starker Rückgang: Der russische Gasmonopolist Gazprom rechnet im ersten Quartal mit einer Halbierung des operativen Gewinns. Im Vergleich zum Vorjahr werde das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in der gleichen Größenordnung wie bei der Ölsparte Gazprom Neft zurückgehen, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Konkrete Zahlen nannte der Konzern aber nicht.
Gazprom-Zentrale in Moskau: Sinkender Gewinn im ersten Quartal
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Bei Gazprom Neft war der Gewinn um 56 Prozent eingebrochen. Gazprom machte die gesunkene Auslandsnachfrage sowie niedrigere Gaspreise für die Entwicklung verantwortlich. Die Bilanz für den Zeitraum von Januar bis März 2009 wird der Konzern voraussichtlich in der zweiten Augusthälfte vorlegen.
Gazprom betonte jedoch, das Konzernergebnis ließe sich nicht generell aus dem Ergebnis seiner Öltochter ableiten. Gazprom Neft hatte von Belastungen aus den niedrigeren Ölpreisen und der geringeren Nachfrage kombiniert mit einer höheren Inflation und gestiegenen Kosten berichtet. Das Nettoergebnis der Sparte brach im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 76 Prozent auf 335 Millionen Dollar ein.
Nach den Angaben vom Montag sind die Gaslieferungen an europäische Kunden mit langfristigen Lieferverträgen im ersten Halbjahr um fast ein Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Damit wurden nur noch 60,4 Milliarden Kubikmeter statt 89,1 Milliarden im Vorjahr geliefert. Auch sei der Gaspreis von 372 US-Dollar je Tausend Kubikmeter auf 336 Dollar zurückgegangen.
Zugleich teilte das am höchsten verschuldete Unternehmen Russlands mit, sich im ersten Halbjahr umgerechnet rund acht Milliarden Euro geliehen zu haben. 3,7 Milliarden Euro seien zurückgezahlt worden. Größter Geldgeber war demnach die an Opel interessierte Sberbank mit mehr als drei Milliarden Euro. Kredite bekam Gazprom den Angaben zufolge auch von der Commerzbank und der Dresdner Bank.