RWE: Drastischer Gewinneinbruch - DER SPIEGEL
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RWE Drastischer Gewinneinbruch

Die jüngsten Zukäufe haben das Ergebnis des Energieversorgers massiv gedrückt. Der Nettogewinn ist um mehr als 20 Prozent gesunken.
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Essen - Der Nettogewinn vor Firmenwertabschreibungen wird nach RWE-Angaben   voraussichtlich leicht über den im Jahr 2001 erzielten 1,8 Milliarden Euro liegen. Inklusive dieser Abschreibungen fällt das Nettoergebnis allerdings um etwa 22 Prozent niedriger aus als die damals ausgewiesenen 1,35 Milliarden Euro. Da der Konzern sein bilanzielles Geschäftsjahr auf das Kalenderjahr inzwischen umgestellt hat, lieferte RWE für eine bessere Vergleichbarkeit Pro-forma-Zahlen für 2001.

Auf Grund von Abschreibungen in Milliardenhöhe nach den vielen Firmenzukäufen der Vergangenheit hatte RWE bereits Ende Dezember für das neue Geschäftsjahr 2003 einen drastischen Rückgang des Nettogewinns angekündigt. In der am Mittwoch verbreiteten Firmenveröffentlichung verzichtete RWE daher auf einen Ausblick für das laufende Jahr.

RWE hat in den vergangenen anderthalb Jahren eine in seiner Firmengeschichte einmalige Einkaufstour absolviert. Zukäufe wie beispielsweise das tschechische Gasunternehmens Transgas, der brititsche Versorger Innogy oder American Water Works haben außer hohen Firmenwertabschreibungen vor allem den Schuldenberg aufgetürmt. Er beläuft sich nach RWE-Angaben vom Dezember auf 26 Milliarden Euro netto.

Beim Umsatz verzeichnet RWE 2002 mit 47,2 Milliarden Euro einen leichten Rückgang zum Vorjahr (50,3 Milliarden Euro). Der Vorjahreswert wurde um rund zwei Milliarden Euro nach unten angepasst, weil RWE inzwischen im Energiehandel nur noch die Netto-Handelsmargen und nicht mehr die Bruttovolumina beim Umsatz berücksichtigt.

Die kräftigen Steigerungen im Kerngeschäft hätten die noch höheren Einbußen in den nicht zum Kerngeschäften gehörenden Aktivitäten nicht ausgleichen können. Nicht zum Kerngeschäft zählt RWE seine Mehrheitsbeteiligungen am Baukonzern Hochtief   und an der Heidelberger Druckmaschinen AG.

Das Betriebsergebnis habe sich nach ersten Zahlen um mindestens zwölf Prozent erhöht, teilte Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern am Mittwoch mit. Der Betriebsgewinn liegt damit deutlich über vier Milliarden Euro nach 3,91 Milliarden Euro im Jahr davor. Die RWE-Aktie pendelte am Vormittag eine halbe Stunde nach Handelsauftakt in etwa um ihren Vortagesschluss bei 26,40 Euro.

Dieses Wachstum wäre ohne eine deutliche Steigerung von mindestens 30 Prozent im Kerngeschäft Strom, Gas, Wasser und Entsorgung nicht möglich gewesen, hieß es. Allein bei Strom habe RWE seinen Betriebsgewinn um 45 Prozent steigern können.

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