KONZERNE RWE macht Druck
Bei den Fusionsverhandlungen zwischen dem Essener Stromriesen RWE und der Dortmunder VEW zeichnen sich erste konkrete Strukturen des neuen Stromprimus ab. Nach bisherigen Plänen soll das Bündnis nur noch aus sieben Kerngesellschaften bestehen. Neben der Energie-Erzeugung, einer Netze- und Vertriebsgesellschaft, sollen lediglich die Sparten Gas, Handel, Dienstleistungen und Umwelt als eigenständige Bereiche erhalten beziehungsweise ausgebaut werden. Besonders spektakulär: Die heute mächtige RWE-Energie AG mit ihren rund 18 000 Mitarbeitern würde komplett zerlegt und auf die einzelnen Bereiche aufgeteilt werden. Der künftige Holding-Vorstand von RWE/VEW soll nur noch aus fünf bis sechs Mitgliedern bestehen, wobei der bisherige RWE-Chef Dietmar Kuhnt auch den neuen Konzern leiten soll. Während sich die Dortmunder in den seit Wochen laufenden Verhandlungen noch gegen die radikalen Umgestaltungspläne sträuben und weit reichende Zugeständnisse in puncto Standortsicherung und Arbeitsplätze fordern, drückt Kuhnt aufs Tempo. »Notfalls«, verkündete er vor wenigen Tagen in der Essener Zentrale des Stromversorgers, »werde ich die Umstrukturierung des Konzerns auch ohne den kleineren Partner durchziehen.«