Ryanair Gewinnsprung trotz Geschenken
London - Michael O'Leary kann sich weiter in Siegerpose fotografieren lassen. "Wir erzielen weiter steigende Gewinne, sogar in der Winterperiode, für die andere bestätigt haben, dass sie Verluste machen werden", sagte der Ryanair-Chef anlässlich der Veröffentlichung der neuesten Geschäftszahlen. Im vergangenen Quartal, das bei Ryanair bis Ende Dezember geht, stiegt der Nachsteuergewinn von 28,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 43,2 Millionen Euro. Der Anstieg um rund 50 Prozent übertraf die Erwartungen der Analysten bei weitem, diese hatten im Schnitt nur mit 39 Millionen Euro Gewinn gerechnet.
Nach Angaben des irischen Fluggesellschaft stiegen die Passagierzahlen ähnlich kräftig an: 3,93 Millionen Fluggäste seien in den letzten drei Monaten 2002 mit Ryanair unterwegs gewesen, 46 Prozent mehr als im Schlussquartal des Vorjahres. Dieses kräftige Plus ist allerdings zum Teil auf eine Million Freiflüge zurückzuführen, die Ryanair im Oktober verschenkt hatte. Außerdem lockten die Iren ihre Kundschaft mit weiter sinkenden Preisen in die Kabinen, die Ticketpreise gingen in diesem Quartal um acht Prozent zurück. Der durchschnittliche Ladefaktor, also die Auslastung der Flugzeuge, kletterte von 79 auf 86 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich um 37 Prozent auf 185,9 Millionen Euro.
Doch O'Leary will sich damit noch längst nicht zufrieden geben. Ryanair hatte am Freitag die Übernahme des niederländischen Konkurrenten buzz angekündigt. Außerdem will das Unternehmen nocheinmal bis zu 100 Boeing-Jets im Wert von 5,5 Milliarden Euro kaufen.
Der Ryanair-Chef kündigte außerdem an, dass die Fluggesellschaft im gesamten Geschäftsjahr, das im März endet, mit 24 Millionen Passagieren rechnet. Damit wäre Ryanair nach British Airways und Lufthansa Europas drittgrößte Fluggesellschaft.
An der Londoner Börse wurde schon zuvor auf gute Geschäftszahlen spekuliert und das hohe Kursniveau wurde für Gewinnmitnahmen genutzt. Nach starken Kurssteigerungen in den vergangenen Tagen fiel das Ryanair-Papier bis Dienstagnachmittag um mehr als fünf Prozent auf 415,50 Pence.