Ryanair Neuer Profitsprung, Deutschland sei Dank
Dublin - Der Gewinnanstieg fiel damit trotz der anhaltenden Branchenkrise in der Luftfahrt fast doppelt so hoch aus wie von Analysten erwartet. Unter dem Strich blieben bei Ryanair im ersten Geschäftsquartal (Ende: 30. Juni) 39 Millionen Euro an Reingewinn übrig, nach 23,2 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Wieder einmal ist es den Iren gelungen, die Gewinne stärker zu steigern als die Umsätze. Diese wuchsen nämlich im Jahresvergleich um 29 Prozent auf 194,3 Millionen Euro. Die Betriebskosten erhöhten sich lediglich um 22 Prozent auf 148,9 Millionen Euro.
Ein Hauptgrund für den neuerlichen Wachstumsschub ist der ungebrochene Aufwärtstrend bei den Passagierzahlen. Sie stiegen im Quartal um 38 Prozent auf 3,54 Millionen. Während etablierte Airlines wie die Lufthansa nach dem 11. September ihr Streckennetz beschnitten, hat der Discount-Flieger seines erweitert und ein deutsches Drehkreuz in Hahn im Hunsrück aufgebaut.
Die Deutschland-Expansion hat das Ryanair-Zahlenwerk noch in anderer Hinsicht beeinflusst: Sie hat die Kosten im ersten Quartal 2001 einmalig und ungewöhnlich stark nach oben getrieben. Der Vergleich der Profite im ersten Quartal 2002 mit denen des Vorjahres fällt somit schmeichelhaft aus.
Ryanair-Chef Michael O'Leary warnte seine Investoren daher vor einem Höhenrausch. Einen 68-prozentigen Gewinnsprung werde es in den kommenden Quartalen nicht mehr geben. Bis 2004, so O'Leary, wolle Ryanair im Jahresschnitt "nur" noch um 30 Prozent wachsen.