Sabena Kurz vor dem Aus
Brüssel - Die angeschlagene belgische Fluggesellschaft Sabena schlägt nach den Terrorangriffen in den USA Alarm. Ohne unverzügliche Umsetzung des Restrukturierungsplans werde die Gesellschaft nicht mehr überleben.
Der Streit um den Restrukturierungsplan und die Verzögerung bei der Umsetzung könnten für Sabena in dieser Situation zur Existenzbedrohung werden. In den zwei kommenden Wochen müssten die Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern über den Plan beginnen, "andernfalls sind wir tot", sagte Sabena-Chef Christoph Müller gestern Montag in Brüssel.
Ohne sofortige und integrale Umsetzung des Businessplans werde Sabena "nicht bis zum Jahresende überleben", erklärte auch Verwaltungsratspräsident Fred Chaffart in einer Mitteilung. Dies gelte selbst dann, wenn man die Einspareffekte eines zusätzlichen Kapazitätsabbaus in Rechnung stellte.
Wegen Streichungen von Atlantik-Flügen hat Sabena nach den Anschlägen in den USA täglich eine Millionen Euro verloren. "Eine solche Situation habe ich noch nie gesehen", sagte Müller. An dem Engpass wird sich so schnell nichts ändern. In den kommenden Monaten erwartet Sabena laut der Mitteilung einen "spürbaren Rückgang" der Nachfrage.
Anzeichen wie der Einbruch der Reservierungszahlen oder die Zunahme von Passagieren, die nicht zum Check-in erscheinen, seien "Vorläufer einer größeren Rezession in der gesamten Flugverkehrsindustrie".
Der Verwaltungsrat der zu 49,5 Prozent Swissair gehörenden Sabena rief daher nach seiner Sitzung vom Montag die Sozialpartner zu einer raschen Umsetzung des Businessplans auf. Blockiert werden die Gespräche bislang speziell von den Piloten, die sich gegen die gerichtlich festgelegten Schadenersatzforderungen nach ihrem Streik zur Wehr setzen. Der Pilotenstreik von Anfang September hatte Sabena fünf Millionen Euro gekostet.