Sachsen fördert Ansiedlung von Müller-Milch - DER SPIEGEL
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Sachsen fördert Ansiedlung von Müller-Milch

• aus DER SPIEGEL 8/1993
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Das Land Sachsen ködert das Molkerei-Unternehmen Müller-Milch mit zweifelhaften Zuschüssen. Der Unternehmer Theo Müller, der nach Rechtsverstößen in seinem Stammwerk im bayerischen Aretsried Bußgelder wegen Schwarzbauten und illegaler Grundwasserentnahme zahlen mußte, will in Schönau bei Leipzig eine Milchverarbeitungs- und Abfüllanlage errichten. Die geplanten Investitionen von etwa 180 Millionen Mark sollen in der strukturschwachen Region 500 neue Arbeitsplätze schaffen. Rund ein Drittel der Investitionssumme finanziert Müller mit Fördermitteln der Europäischen Gemeinschaft, des Bundes und des Freistaats Sachsen. Zudem haben die sächsischen Behörden dem Molkereibesitzer, der mit einer möglichen Abwanderung ins Nachbarland Polen gedroht hatte, eigene Wasserrechte für 2800 Kubikmeter täglich gewährt. Die fällige Ausgleichsabgabe für den Eingriff in Landschaft und natürliche Ressourcen will nun das sächsische Landwirtschaftsministerium übernehmen. Kritiker sehen darin einen groben Widerspruch zum sächsischen Naturschutzgesetz, das allein den »Verursacher« in die Pflicht nimmt - also das Molkerei-Unternehmen Müller-Milch. Der sächsische Landwirtschaftsstaatssekretär Hermann Kroll-Schlüter (CDU) verteidigt die dubiosen Zahlungen, deren Höhe von Experten auf mindestens zehn Millionen Mark geschätzt wird: »Wir haben lediglich einen Zusammenhang hergestellt zwischen dem öffentlichen Interesse und dem Interesse der Firma Müller-Milch.«

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