Sackgasse EADS stoppt Entwicklung der Jumbo-Ariane
Berlin/Hamburg - "Eine Zwölf-Tonnen-Version brauchen wir derzeit nicht. Es fehlt dafür der Markt", sagte Josef Kind, Präsident der für den Ariane-Bau verantwortlichen EADS Space Transportation, der "Financial Times Deutschland". "Wir sollten das Vorhaben auf Eis legen." Offiziell habe die Esa die Entwicklung der Zwölf-Tonnen-Version bislang aber noch nicht eingestellt, schreibt die "FTD" weiter.
Bereits 2001 hatte die Esa beschlossen, die Nutzlast der Ariane in drei Schritten auf bis zu zwölf Tonnen Nutzlast zu steigern. Nachdem der Erstflug einer Zehn-Tonnen-Version namens Ariane-5-ECA Ende 2002 scheiterte, wurden die bereitgestellten Mittel für weitere Versionen eingefroren. Bis 2009 läuft noch ein gut 960 Millionen Euro teures Ariane-Rettungsprogramm. Mitte Februar 2005 schließlich gelang der Start der neuen Rakete vom Raumfahrtzentrum Kourou aus. Die klassische Version der Ariane 5 kann nur rund sechs Tonnen Nutzlast befördern.
Raumgleiter bevorzugt
Trotzdem favorisieren die EADS-Experten laut "FTD" inzwischen das Projekt eines unbemannten Raumgleiters als möglichen Nachfolger der Ariane-Reihe. Er könnte zwischen 2015 und 2020 einsatzbereit sein. Kind hoffe auf eine Entscheidung der für die Europäische Weltraumbehörde ESA zuständigen Minister bei ihrem nächsten Treffen im Dezember. Die 16 ESA-Staaten könnten dann ein Programm für fliegende Testversionen des Raumgleiters beschließen. Ein solches Projekt koste pro Jahr 200 bis 250 Millionen Euro und könne 1500 Arbeitsplätze sichern. "Ich sehe hierfür auch die Unterstützung der Bundesrepublik", sagte Kind.
Nach Angaben von EADS Space Transportation gibt es drei verschiedene Projekte. Am weitesten vorangeschritten ist "Phoenix". Ein Modell dieses Raumtransporters, mit dem die vollautomatische Landung geprobt wird, hat im Mai vergangenen Jahres erste erfolgreiche Testflüge absolviert. Daneben gibt es nach Angaben einer Sprecherin das Projekt "Pre-X", das sich mit dem Wiedereintritt eines Raumgleiters in die Erdatmosphäre befasst, sowie das Projekt "Flex", in dessen Mittelpunkt die Startphase steht.