SAir So schlecht wie noch nie
Zürich - Die SAirGroup hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 1,9 Milliarden Euro erlitten, nach einem Gewinn von 179 Millionen Euro im Vorjahr. Wie die Schweizer Holding am Montag mitteilte, rissen die Verluste im Fluggeschäft, die Rückstellungen für bevorstehende Restrukturierungen sowie Wertberichtigungen für vertragliche Verpflichtungen ein Loch von 2,44 Milliarden Euro in die Kasse.
Vor allem die ausländischen Beteiligungen haben für das schlechteste Jahr in der 70-jährigen Geschichte der SAir gesorgt. Die belgische Fluggesellschaft Sabena weist einen Verlust von 325 Millionen Euro aus. Die französischen SAir-Beteiligungen AOM, Air Liberte und Air Littoral erreichten ein Jahresergebnis von Minus 91,5 Millionen Euro aus. Auch die deutsche LTU landete mit einem Verlust von 224 Millionen Euro tief in den roten Zahlen.
Aber auch die Swissair erlitt einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 128 Millionen Euro. Hinzu kommen 20 beziehungsweise 25 Millionen Franken Verlust bei Crossair und Balair. Der kumulierte Verlust im Fluggeschäft beträgt somit 0,8 Milliarden Euro.
Zur künftigen Strategie schweigt die Firma sich aus. Einschneidende Maßnahmen seien eingeleitet worden, heißt es in der Mitteilung. Der neue Präsident und Konzernchef Mario Corti wird mit zwei Pauschalforderungen zitiert: Erstens müssten die Risiken bei den Airline-Beteiligungen so rasch und so weit wie möglich reduziert werden. Zweitens sei die Ertragskraft der Gruppe nachhaltig zu verbessern.
Bereits begonnen habe man mit der Verbesserung der Bilanzqualität. Das Eigenkapital der SAirGroup reduzierte sich wegen des hohen Verlusts von 2,74 auf 0,76 Milliarden Euro.
Positive Ergebnisse erreichten die Flugbeteiligungen in Polen und Südafrika. Als erfreulich wurden die Resultate im flugverwandten Geschäft bezeichnet. Hier resultierte ein kumulierter Betriebsgewinn von 367 Millionen Euro. Der Umsatz der SAirGroup stieg im letzten Jahr um einen Viertel auf 10,67 Milliarden Euro.