Sanierung Airbus könnte Nord-Werke abstoßen
München/Toulouse Am 20. Februar will Airbus-Chef Louis Gallois sein Sanierungskonzept "Power 8" vorstellen erst dann werden die Mitarbeiter Verbindliches wissen. "Es sind noch keine Entscheidungen gefallen", beruhigte ein Airbus-Sprecher noch gestern. Langsam aber sickern Details durch, Gerüchte machen die Runde. Und so steht heute im "Handelsblatt", das Management um Gallois wolle mehrere Komponentenwerke aus dem Konzern auslagern.
In Deutschland, schreibt die Zeitung, könnten davon die Werke in Nordenham und Varel betroffen sein. Insgesamt droht bis zu 5000 Airbus-Beschäftigten in Deutschland die Ausgliederung. Derzeit arbeiten über 19.000 Menschen vorwiegend in Norddeutschland für den Flugzeughersteller.
"Power 8" sieht vor, die Kosten bei dem Flugzeughersteller ab dem Jahr 2010 um jährlich zwei Milliarden Euro zu drücken. Airbus-Vize Fabrice Bregier hatte Mitte Januar versichert, dass es im Zuge des Programms keine Werkschließungen geben werde. Es gehe vielmehr darum, Optionen für die Standorte zu entwickeln: Das Spektrum reiche von der Hereinnahme eines externen Partners bis hin zum vollständigen Verkauf.
Die IG Metall plant an den deutschen Standorten massive Protestkundgebungen für kommenden Freitag. "Wir sehen die Notwendigkeit der Sanierung", sagt Horst Niehus, stellvertrender Betriebsratschef von Airbus-Deutschland. "Wir fürchten aber, dass größere Arbeitspakete aus Deutschland abgezogen werden könnten", sagt der Belegschaftsvertreter.
Jean-François Knepper, wie Niehus Co-Präsident des europäischen Betriebsrates von Airbus, warnt davor die Belegschaften gegeneinander auszuspielen. "Ich habe nie gesagt, dass die französischen Airbuswerke in ihrer Performance besser als die deutschen seien", sagte der Arbeitnehmervertreter.
Seine Gewerkschaft hatte ein Gutachten bei der Unternehmensberatung Statorg in Auftrag gegeben, das den französischen Werken bereits jetzt eine deutlich geringere Fertigungstiefe bescheinigt als den Deutschen.
itz/dpa-AFX