Sanierung Märklin will knapp 400 Mitarbeiter entlassen
Nürnberg/Göppingen - Das Sanierungskonzept für die Firmengruppe Märklin steht. Demnach sollen von den 1417 Mitarbeitern, die Märklin derzeit an den Standorten in Göppingen, Nürnberg und dem ungarischen Györ beschäftigt, 397 Mitarbeiter entlassen werden. Davon seien in Göppingen 166 von 651 Mitarbeitern betroffen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Pluta am Dienstag auf einer Betriebsversammlung in Göppingen mit. Der Standort Nürnberg werde geschlossen.
Märklin-Lok: Mitarbeiter sollen in Transfergesellschaft wechseln
Foto: DDPIn der Außenstelle Nürnberg, wo hauptsächlich für die Marken Trix und LGB zugearbeitet wurde, seien bisher 58 Mitarbeiter beschäftigt. Davon könnten sieben in Göppingen dauerhaft weiterbeschäftigt werden. Weiteren zehn Mitarbeitern werde in Göppingen ein befristeter Arbeitsvertrag angeboten. Im ungarischen Györ sei geplant, die Belegschaft um 180 Mitarbeiter auf 520 Mitarbeiter zu reduzieren. In Györ handele es sich im Wesentlichen um Leiharbeiter und Beschäftigte mit befristeten Verträgen.
Den von der Entlassung betroffenen Mitarbeitern an den deutschen Standorten werde die Insolvenzverwaltung anbieten, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. In dieser könnten die Betroffenen für mindestens ein halbes Jahr Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch zu nehmen. Sie erhalten in dieser Zeit 80 Prozent des Netto-Gehaltes. Zudem werde die Produktpalette "um unrentable Positionen bereinigt". Alle Marken - Märklin, Trix und LGB - blieben aber erhalten.
"Mit diesen Maßnahmen wollen wir bei einem Umsatz von 121 Millionen Euro den Verlust von 21 Millionen Euro im Jahr 2008 auf annähernd null Euro im Jahr 2009 reduzieren", betonte Pluta. Unter der Voraussetzung, dass sich die Wirtschaftsbedingungen nicht noch weiter verschlechtern, sei geplant, "im Jahr 2010 einen Gewinn von 2,5 Millionen Euro zu erzielen". Bis Ende März will Pluta ein Insolvenzgutachten vorlegen.
Der Modelleisenbahn-Hersteller war 2006 von den Investoren Kingsbridge Capital und Goldman Sachs übernommen worden und hatte Anfang Februar 2009 Insolvenz angemeldet. Nach Angaben Plutas haben sich bisher rund 110 potentielle Investoren für Märklin gemeldet. "Sieben bis zwölf oder ein paar mehr sind realistische Interessenten", sagte er. Im August könnte das Unternehmen seinen Angaben zufolge bereits verkauft sein. Es werde mit allen Interessenten verhandelt, die nachwiesen, dass sie 100 Millionen Euro finanzieren könnten.