Sanierung MitsuChrysler?
Frankfurt am Main - DaimlerChrysler will enger mit dem japanischen Autohersteller kooperieren. Das berichtet die "Financial Times" und beruft sich dabei auf einen hochrangigen Manager. Die beiden Autokonzerne wollen baugleiche Modelle produzieren und gemeinsame Plattformen für unterschiedliche Modelle verwenden. "Die Synergien zwischen Mitsubishi und Chrysler werden viel größer sein als zwischen Chrysler und Mercedes: Sie werden weit über den Austausch von Komponenten wie Motoren und Getriebe hinausgehen", erklärt der Manager. Nach dem Prinzip des "Badge Engineering" sollen baugleiche Autos unter beiden Markennamen verkauft werden.
DaimlerChryler will mit dieser Allianz seinen amerikanischen Teil sanieren. Chrysler stecke zurzeit tief in den roten Zahlen, Mitsubishi rechnet in diesem Jahr mit Verlusten in Höhe von 2,8 Milliarden Mark. Momentan ist DaimlerChrysler zu 34 Prozent an Mitsubishi beteiligt. Chrysler machte Gewinne zuletzt nur mit Geländewagen und Vans. "Chrysler sollte die Zusammenarbeit mit Mitsubishi nutzen, um seine seit Jahren erfolglose Pkw-Sparte zu sanieren", sagte ein Analyst.
Zusätzlich wil DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp dem Automobilkonzern eine neue Struktur verpassen. Dies meldet das Wirtschaftsmagazin "Capital". Schrempp wil den Autobauer demnach in die Sparten "Luxusklasse", "Kompakt- und Kleinwagen", "Geländewagen und Mini-Vans" sowie die Sparte "Nutzfahrzeuge" aufteilen. Jedem Bereich stünde ein Vorstandsmitglied von DaimlerChrysler vor, so der Plan. Kommenden Februar soll der Aufsichtsrat diesem Vier-Sparten-Konzept zustimmen.
Auch der Vertrieb soll schlanker werden. Die Marken Mercedes-Benz, Smart, Chrysler, Mitsubishi und Hyundai laufen dann unter einer gemeinsamen Vertriebs- und Serviceorganisation. Ende November wurden die Verträge aller deutschen Chrysler-Händler gekündigt.