Sanierungsbeitrag Opel-Mitarbeiter sollen auf Lohn verzichten
Rüsselsheim - In einem Brief an die Opel-Belegschaft kündigte Carl-Peter Forster, Europachef von General Motors (GM) , die kurzfristige Senkung der Arbeitskosten um mindestens zehn Prozent an. In dem Schreiben, das der Zeitschrift "Auto Motor Sport" vorliegt, erklärt der Manager, dass angesichts der Absatzkrise die Arbeitszeiten gekürzt und Gehaltskosten abgesenkt werden müssten.
Opel-Produktion in Rüsselsheim: "Schritte, um überlebensfähig zu bleiben"
Foto: DDPVorerst wolle man ohne Personalabbau auskommen, schrieb Forster. Um die Einsparungen zu realisieren, seien auf allen Ebenen Arbeitsgruppen eingerichtet worden. Sollte der Autoabsatz allerdings weiter zurückgehen, würde GM nicht vor stärkeren Einschnitten zurückschrecken.
"Wenn sich die Marktverhältnisse in Europa weiter verschlechtern sollten, ist es sehr wahrscheinlich, dass weitere Schritte notwendig werden, um weiterhin überlebensfähig zu bleiben", so Foster. Dabei führt der GM-Manager die Probleme bei Opel allein auf die Krise auf dem europäischen Automarkt zurück. "Lassen Sie es mich ganz deutlich sagen: Dies hat nichts zu tun mit dem Streben, Liquidität sicherzustellen oder mit der Situation in den USA", schrieb der GM-Manager. Das Geschäftsmodell werde an den drastischen Nachfragerückgang auf dem europäischen Markt angepasst.
Bereits Mitte November hatte Opel die Bundesregierung um Finanzhilfen gebeten.Die Regierung hatte angekündigt, sie wolle bis Weihnachten über eine Bürgschaft entscheiden. Der deutsche Hersteller steht unter Druck, weil dem US-Mutterkonzern General Motors angesichts horrender Verluste die Pleite droht. GM hatte deswegen die amerikanische Regierung um einen Überbrückungskredit zwischen zehn und zwölf Milliarden Dollar gebeten, war damit aber im US-Kongress gescheitert.
Opel in Deutschland: Traditionsmarke mit Krisenerfahrung
Opel-Arbeitnehmervertreter reagierten empört auf die Sparforderungen des Europa-Managements. General Motors müsse zunächst einen zukunftsfähigen Geschäftsplan vorlegen, bevor man über Beiträge der Belegschaft sprechen könne, erklärte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz am Donnerstag.
Von den Gewerkschaften eingeräumte Nullrunden in den USA und Kanada seien ohne Wirkung verpufft, weil vom GM-Management kein nachhaltiger Geschäftsplan ausgearbeitet worden sei, erklärte Franz weiter. Die Beschäftigten müssten sich so verhalten wie das US-Repräsentantenhaus, meinte der Gewerkschafter und zitierte dessen Sprecherin Nancy Pelosi: "Bis sie uns die Pläne zeigen, können wir ihnen kein Geld zeigen."
suc/dpa/dpa-AFX