Sanierungspläne: Gewerkschaften blockieren Chrysler-Rettung - DER SPIEGEL
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Sanierungspläne Gewerkschaften blockieren Chrysler-Rettung

Es wird eng für Chrysler: Nach einer Serie ergebnisloser Spitzentreffen in Washington steuert der krisengeschüttelte Autobauer immer schneller auf eine Insolvenz zu. Die Allianz mit Fiat gilt als letzte Chance - doch die Gewerkschaften ziehen nicht mit.
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Washington - Die Skepsis reicht bis in die höchsten Kreise: Nach Ansicht einiger Regierungsvertreter sei der drittgrößte amerikanische Hersteller Chrysler keinen Rettungsversuch mehr wert, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Sie verwiesen auf die unattraktive Produktpalette und die mangelnde internationale Reichweite des Konzerns.

An dem Treffen mit dem US-Finanzministerium am Montag hätten Chrysler-CEO Robert Nardelli, Fiat-CEO Sergio Marchionne und der Präsident der Automobilgewerkschaft United Auto Workers (UAW), Ron Gettelfinger, teilgenommen, schreibt das Blatt.

Um eine Insolvenz abzuwenden, muss Chrysler bis zum 30. April mit den Gewerkschaften übereinkommen und eine Allianz mit dem Wettbewerber Fiat unter Dach und Fach bringen. US-Präsident Barack Obama hatte eine Allianz des italienischen Autobauers mit Chrysler zur Bedingung für weitere Milliardenhilfen gemacht.

Obamas Ultimatum für eine Einigung und einen tragfähigen Sanierungsplan läuft Ende April ab. Dann werde er Chrysler möglicherweise in eine Insolvenz zwingen - zur Sanierung oder gar zur Abwicklung des Konzerns, schreibt die Zeitung auf ihrer Internet-Seite.

Chrysler muss wie auch die ebenfalls ums Überleben kämpfende Opel-Mutter General Motors (GM)   mit Gewerkschaft und Gläubigern massive Zugeständnisse aushandeln. Diese stehen den Forderungen jedoch sehr skeptisch gegenüber. Die kanadische Gewerkschaft der Autobauer CAW lehnte am Montag eine von Chrysler geforderte Kürzung der Bezüge um rund zwölf Euro pro Stunde ab. "Das ist nicht machbar", sagte CAW-Präsident Ken Lewenza.

Auch die Allianz mit Fiat ist noch nicht gesichert - und die Chancen auf eine Einigung dürften durch das Veto der CAW nicht eben größer geworden sein. Fiat-Chef Marchionne hatte kürzlich erklärt, er erwäge die Pläne aufzugeben, wenn die Gewerkschaften keine deutlichen Kostensenkungen akzeptieren.

GM hat für seinen Rettungsplan einen Monat länger Zeit bekommen. Eine Insolvenz galt zuletzt aber ebenfalls als immer wahrscheinlicher.

Nach einem Bericht des Finanzministeriums, der offensichtlich am Dienstag veröffentlicht werden soll, soll Chrysler von der US-Regierung offenbar diesen Monat weitere Finanzhilfen über bis zu 500 Millionen Dollar erhalten. Auch GM soll weitere Hilfen über bis zu fünf Milliarden Dollar zufließen. Die kanadische Regierung erwägt Finanzspritzen für beiden Hersteller, damit die Autoindustrie nicht aus Kanada abwandert.

mik/Reuters/dpa/Dow Jones