Sanierungsprogramm General Motors will 15 Milliarden einsparen
Detroit - Konzern-Chef Rick Wagoner legte am Dienstag vor Beschäftigten die Details des Sparplans auf den Tisch. Danach sollen vier Bereiche dazu beitragen, die immense Summe zusammenzutragen: ein massiver Stellenabbau, der Verkauf von Vermögenswerten, der Wegfall der Dividende für die Aktionäre - und, wie es GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster gegenüber SPIEGEL ONLINE bereits indirekt andeutete, ein Darlehen von mindestens zwei Milliarden Dollar.
Durch die Maßnahmen soll die angespannte Liquidität des Konzerns wieder verbessert werden. GM hatte zuletzt mehrfach Spekulationen über eine drohende Pleite dementieren müssen.
Der Stellenabbau trifft diesmal die Angestellten in Verwaltung und Management in Nordamerika. Hier sollen 20 Prozent der Kosten gespart werden. Zuletzt hatte GM in Nordamerika noch 32.000 Angestellte. Über den Verkauf von Konzernteilen sollen zudem bis zu vier Milliarden Dollar hereinkommen. Nach Reuters-Informationen sollen es sogar sieben Milliarden sein. Die Einsparung durch den Wegfall der Dividende wurde nicht beziffert. Nach Worten von Wagoner wird sie "bis auf weiteres" gestrichen.
Der Opel-Mutterkonzern leidet auf dem Heimatmarkt wie seine US-Konkurrenten Ford und Chrysler unter den hohen Spritpreisen, einer verfehlten Modellpolitik und massiv sinkenden Absatzzahlen.
Das Europageschäft und die deutsche Tochter Opel sind von den neuen Sparplänen nach bisherigen Aussagen nicht betroffen. Opel hatte es 2007 zum zweiten Mal in Folge in die schwarzen Zahlen geschafft.
Der GM-Konzern insgesamt erlitt dagegen in den vergangenen drei Jahren besonders wegen des schwachen US-Marktes insgesamt Verluste von mehr als 50 Milliarden Dollar (31 Milliarden Euro).
mik/Reuters/dpa