Sanktionen gegen Microsoft: EU-Kommission will warten - DER SPIEGEL
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Sanktionen gegen Microsoft EU-Kommission will warten

Microsoft kann wieder aufatmen. Die EU-Kommission will dem Softwareriesen scharfe Auflagen ersparen, bis die Gerichte endgültig darüber entschieden haben. Das kann allerdings Jahre dauern.
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Brüssel - Die Kommission habe den Präsident des Gerichts der ersten Instanz, Bo Vesterdorf, am Freitagabend darüber informiert, dass sie die Sanktionen aussetzen werde, bis dieser eine Entscheidung getroffen habe, hieß es am Sonntag in Brüssel. Dies könne bis zu drei Jahren dauern. Damit hat die Europäische Kommission im Kartellstreit mit dem Softwareunternehmen überraschend nachgegeben.

Microsoft hatte Anfang des Monats gegen die Saktionen der EU beim Europäischen Gerichtshof geklagt. Ziel dieser Klage ist die Aussetzung der Rekordstrafe und der scharfen Auflagen der EU-Wettbewerbshüter. Mit einem Bußgeld von 497 Millionen Euro hatte die EU-Kommission die höchste jemals von ihr verhängte Kartellstrafe gegen Microsoft ausgesprochen. Außerdem erteilte sie scharfe Auflagen, wonach das Unternehmen die Integration von Fremdsoftware in das Betriebssystem Windows erleichtern muss. Microsoft hatte dies kritisiert und der EU-Kommission vorgeworfen, nicht auf umfassende Zugeständnisse des Konzerns eingegangen zu sein.

Nach den von der EU im März verhängten Auflagen sollte es Microsoft seine Konkurrenten außerdem innerhalb von 120 Tagen ermöglichen, deren Serverprogramme mit den Windows-Betriebssystemen einzelner Computer zu verbinden. Innerhalb von 90 Tagen hätte das Unternehmen zusätzlich Windows-Versionen ohne sein Media-Player-Programm zum Abspielen von Musik und Videos anbieten müssen.

Bei dem Bußgeld bleibe es, sagte eine Kommissionssprecherin auf Nachfrage. Für die Vorlage neuer Programme, die den kritisierten Missstand beheben sollen, bekomme Microsoft aber Zeit bis zur endgültigen Gerichtsentscheidung.