SAP Alles läuft wie geschmiert
Walldorf - Der Gewinn des im baden-württembergischen Walldorf ansässigen Unternehmens stieg nach eigenen Angaben im zweiten Quartal auf Jahressicht um 14 Prozent auf 249 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis legte den Angaben nach um 15 Prozent auf 391 Millionen Euro zu. Den Umsatz bezifferte der Softwarekonzern auf 1,8 Milliarden Euro und damit rund neun Prozent über dem entsprechenden Wert des Vorjahres. Dabei seien allein die Softwarelizenzerlöse um 15 Prozent auf insgesamt 497 Millionen Euro gestiegen.
Optimistisch zeigte sich SAP-Chef Henning Kagermann nach einem Plus von zehn Prozent im abgelaufenen Quartal vor allem im Hinblick auf die Entwicklung der europäischen Aktivitäten. "In Europa gibt es erste Signale für eine Stabilisierung unseres Geschäftes bei einem gedämpften Marktumfeld", sagte der Vorstandssprecher.
Allerdings zieht in Europa bisher allein der deutsche Markt an. Insgesamt wuchs das Geschäft in der Region Europa, Naher Osten, Afrika nur um ein Prozent. Im wichtigen US-Markt sieht Kagermann weiterhin ein positives wirtschaftliches Umfeld. Dort legten allein die Lizenzerlöse zu konstanten Wechselkursen in den abgelaufenen drei Monaten um 70 Prozent zu.
Gewonnen hat SAP nach eigenen Angaben auch gegenüber seinen vier wichtigsten Wettbewerbern Oracle, Peoplesoft, Siebel und Microsoft. Der relative Marktanteil sei bei den Softwareumsätzen aus den vergangenen vier Quartalen von 51 Prozent im Vorjahr auf 55 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal belief sich der Marktanteil auf 54 Prozent. Auf dem US-Markt konnte das Walldorfer Unternehmen seinen Marktanteil auf 37 Prozent steigern, verglichen mit 29 Prozent zum entsprechenden Vorjahreszeitpunkt und 34 Prozent zum Ende des ersten Quartals.
Analysten reagierten wenig überrascht auf das Abschneiden von SAP. Merrill Lynch hob die Marktanteilsgewinne speziell in den USA positiv hervor. Der "geografische Bruch" sei jedoch enttäuschend: Während die Lizenzerlöse in den USA stark zulegten, liege Europa nur zwei Prozent über Vorjahr und damit unterhalb der Prognose von vier Prozent. Langfristig sehen sie SAP allerdings als gut positioniert und rechnen mit weiteren Gewinnsteigerungen, vor allem über weitere Marktanteilsgewinne und die erwartete Konjunkturerholung in Europa.
Die Anleger reagierten dennoch mit Verkäufen. SAP-Aktien verloren bis zum Mittag 3,2 Prozent auf 124 Euro.