SAP Belegschaft soll über Einsparungen nachdenken
Hamburg - Das Festhalten an den ehrgeizigen Gewinnzielen sei vor allem ein Appell an die Beschäftigten, weiter Kosten zu sparen, sagte der Vorstandssprecher gegenüber der "Financial Times Deutschland".
SAP hatte vor knapp zwei Wochen seine Wachstumsprognose von 15 auf fünf bis zehn Prozent gesenkt, gleichzeitig aber an seinem Ziel festgehalten, die Gewinnmarge auf 21 Prozent steigern zu wollen. Unter Analysten war die Prognose teilweise auf Unverständnis gestoßen, doch Kagermann rechtfertigte seine Unternehmenspolitik: "Es ist besser, später Schläge einzustecken, als jetzt zu vorsichtig zu sein". Der SAP-Vorstand habe zuvor die Ergebnisse und die Geschäftserwartungen des Konzerns und der einzelnen regionalen Organisationen diskutiert und sich dann gegen eine Absenkung der Marge entschieden. Das Ziel sei hoch gesteckt, aber erreichbar.
"Wir können in diesen schwierigen Zeiten Dinge machen, die sonst nicht durchsetzbar sind", kommentierte Kagermann das Sparprogramm. Nun sei die Belegschaft aufgerufen, Vorschläge für Kosteneinsparungen zu machen. So ist den Angaben zufolge bereits beschlossen, weniger externe Mitarbeiter zu beschäftigen und frei werdende Stellen nicht mehr zu besetzen.
Unter anderem sei auch eine Neuorganisation des Vertriebs geplant. "Wir hätten gerne schon viel früher versucht, von den großen Abschlüssen unabhängiger zu werden und stärker auf kleinere Abschlüsse zu setzen", sagte Kagermann. Das hätte aber auf Grund der zu erwartenden Umstellungsprobleme voraussichtlich vier schlechte Quartale zur Folge gehabt, schätzte der Vorstand. Der Trend zum Kleingeschäft werde nicht für immer sein, aber er wird schon darum länger anhalten, weil sich die Kunden daran gewöhnen.