SAP: Commerce One verhagelt die Bilanz - DER SPIEGEL
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SAP Commerce One verhagelt die Bilanz

Nach guten Quartalszahlen überrascht SAP die Anleger mit einer Gewinnwarnung. Der Halbjahresüberschuss wird um rund 90 Millionen Euro nach unten korrigiert.
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Frankfurt am Main - Das Walldorfer Softwarehaus SAP   muss nach eigenen Angaben seinen Halbjahresüberschuss um rund 90 Millionen Euro nach unten revidieren. Grund dafür seien Verluste beim US-Softwareanbieter Commerce One, an dem SAP beteiligt ist, sagte SAP-Sprecher Herbert Heitmann am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters und bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Es ist eine rein buchhalterische Maßnahme nach US-GAAP", sagte Heitmann weiter. "Wenn man unseren 2,6-prozentigen Anteil an Commerce One im ersten Quartal und unsere 4,4-prozentige Beteiligung im zweiten Quartal nimmt, kommt man auf ungefähr 90 Millionen Euro", sagte er mit Blick auf die erforderliche Korrektur des Reingewinns im ersten Halbjahr. Dieser werde sich demnach auf 233 Millionen Euro von 323 Millionen Euro reduzieren.

Die auf Software für Internet-Marktplätze spezialisierte Commerce One hatte am Donnerstag einen höher als erwartet ausgefallenen Verlust von 2,06 Milliarden Dollar für das zweite Quartal bekannt gegeben. Zur Begründung nannte das Unternehmen unter anderem die globale wirtschaftliche Abkühlung. Commerce One hatte für das erste Quartal einen Netto-Verlust von 228,5 Millionen Dollar ausgewiesen.

Im vergangenen Monat hatte der größte europäische Softwarekonzern seine Beteiligung an Commerce One für 225 Millionen Dollar (504 Millionen Mark) auf 20 Prozent aufgestockt und damit mehr als vervierfacht. Der neue Anteil zähle zwar erst in der Bilanz des dritten Quartals, erfordere aber eine rückwirkende Berücksichtigung der bisherigen Beteiligungsquoten an Commerce One bei der Berechnung des Überschusses, sagte Heitmann.

Noch am Donnerstag hat der Walldorfer Konzern Quartalszahlen vorgelegt, die deutlich über den Erwartungen von Branchenexperten lagen. Das Ergebnis je Aktie (EPS) sei um rund 75 Prozent von 0,37 Euro im Vorjahr auf 0,65 Euro gestiegen, hatte der Vorstand gemeldet, und der Umsatz habe um 24 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro zugelegt.