SAP Ermittlungen gegen Gründer, Aktie fällt
Heidelberg/Walldorf/Mannheim - Schon in der vergangenen Woche sollen Beamte der Steuerfahndung Dietmar Hopps Villa durchsucht und zahlreiche Akten beschlagnahmt haben - das berichtet der Sender SWR 4 Kurpfalz Radio unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Mannheim.
Bei den Ermittlungen gehe es um Gelder aus der Dietmar-Hopp-Stiftung, sagte Oberstaatsanwalt Hubert Jobski dem Sender. Hopp soll mit Stiftungsgeldern für den MLP-Vorstandschef Bernd Termühlen gebürgt haben. Die Staatsanwaltschaft prüft offenbar, ob Hopp seiner Stiftung dadurch Schaden zugefügt hat.
Laut SWR 4 soll Hopp jedoch zugleich schriftlich zugesichert haben, mit seinem Privatvermögen zu haften, falls die Bürgschaft nicht zurückbezahlt werde. Hopp erklärte, an dem Vorgang sei nichts Ungesetzliches. Er kündigte an, sich gegen die Ermittlungen wehren zu wollen. Von MLP war keine Stellungnahme zu erhalten.
Die Berichte haben die SAP-Aktie am Dienstag stark belastet, sie fiel am Vormittag zeitweilig um 3,3 Prozent auf 74 Euro. Der Dax gab gleichzeitig 1,4 Prozent auf 2514 Punkte nach.
"Marktgerüchte, wonach SAP angeblich mit MLP gemeinsame Sache gemacht haben soll", schädigten das SAP-Image, sagte ein Aktienhändler.
Die MLP-Aktie verlor zur selben Zeit nur rund ein Prozent. Vorwürfe der Bilanzmanipulation sowie des Insiderhandels und entsprechende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die Chefs des Vorstandes und des Aufsichtsrates hatten den Kurs bereits in den vergangenen Monaten schwer belastet.