SAP Mitarbeiterprogramm kostet fast eine halbe Milliarde Mark
Walldorf - Beim größten deutschen Software-Konzern SAP hat im ersten Quartal 2000 erwartungsgemäß das Mitarbeiter-Aktienprogramm Star das Ergebnis belastet. Vor Steuern wäre eigentlich ein Gewinn von 653 Millionen Mark geblieben, also eine Gewinnsteigerung um 115 Prozent. Nach Abzug der Kosten für das Mitarbeiterprogramm Star waren es aber nur noch 186 Millionen Mark, was eine Verminderung des Gewinnes gegenüber dem Vorjahresquartal um 45 Prozent bedeutet. Die Kosten für Star lagen damit bei 467 Millionen Mark.
Die Belastungen aus dem Star-Programm waren weitgehend erwartet worden. Das Star-Programm sieht Geldprämien für die Mitarbeiter in Abhängigkeit von Kurssteigerungen der SAP-Aktie vor. Da sich der Aktienkurs innerhalb des Bemessungszeitraumes mehr als verdoppelt hatte, werden bis Sommer 2001 Prämien im Volumen von 1,3 bis 1,4 Milliarden Mark Euro fällig.
Vorstandssprecher Henning Kagermann erklärte zum Quartalsergebnis, "das erste Quartal war für die SAP wie erwartet kein leichtes". Zwar sei SAP mit dem Ergebnis "durchaus zufrieden". Dennoch sei man entschlossen, sich noch schneller zu bewegen und noch effektiver zu agieren. Angesichts eines scharfen Wettbewerbs bei internet-basierten Softwarelösungen vor allem in den USA wolle man weiter "bedeutende Ressourcen in die Stärkung des Momentums von mySAP.com" investieren. Mit mySAP.com können Kunden alle anderen SAP-Programme über das Internet betreiben und Geschäfte mit anderen Unternehmen über das Internet betreiben. Die Auftragslage für das weitere Jahr wurde als "gut" bezeichnet. Im zweiten und dritten Quartal dieses Jahres erwarte man ein stärkeres Softwaregeschäft.
An der Börse sorgten die Quartalszahlen für einen Kursssprung der SAP-Aktie. Sie stieg sofort um mehr als neun Prozent und hielt am Vormittag ein Plus von mehr als sechs Prozent.