SAP Plattner stänkert gegen Analysten und Konkurrenten
Walldorf - Analysten lägen so falsch, dass er sich wundere, warum professionelle Anleger ihrem Rat folgten, sagte Plattner am Rande einer Veranstaltung. Nach Einschätzung von Analysten, wie Simon Scholes von der Bankgesellschaft Berlin, ist eine Senkung der Prognosen im Laufe der Woche möglich.
Die kritischen Analystenkommentare nahm SAP-Sprecher Herbert Heitmann zum Anlass, die Jahresprognosen für Umsatz und Gewinn eine Woche vor der Quartalspressekonferenz noch einmal zu bekräftigen. "Wir veröffentlichen unser Prognose und solange wir keine neu Vorhersage veröffentlichen, kommentieren wir die aktuelle Prognose nicht", sagte Heitmann.
In diesem Zusammenhang kritisierte Heitmann die Art, wie SAP-Konkurrenten die Beteiligungsprogramme für ihre Mitarbeiter in der Bilanz behandeln. Während SAP die dadurch entstehenden Kosten bilanziere, erwähnten die Wettbewerber diese Kosten nur in Fußnoten zur Bilanz. Deshalb sei es für SAP schwieriger, ähnlich profitabel wie die Konkurrenten zu erscheinen.
Um diesem Dilemma zu entkommen, kündigte Plattner an, im Quartalsbericht auch die Beträge zu veröffentlichen, die etwa die US-Konkurrenten Siebel oder Peoplesoft ihren Mitarbeitern auf diese Weise zukommen lassen.
Dadurch könnten die SAP-Wettbewerber in ihrem Heimatmarkt USA unter starken Druck geraten, denn nach etlichen Bilanzskandalen wird dort inzwischen der fehlende oder zu gut versteckte Ausweis von Aktienoptionen als Vertuschungsversuch gewertet.