SAP Schlechte Karten in den USA
Walldorf - Der Umsatz sei auf 1,658 Milliarden Euro gewachsen nach 1,524 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, teilte SAP vor Börseneröffnung in Deutschland mit. Die SAP-Spitze zeigte sich zuversichtlich, die Prognose für das Gesamtjahr einzuhalten. Der weltgrößte Anbieter von Unternehmenssoftware hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres die Umsatzerwartungen der Analysten erfüllt.
Der Gewinn je Aktie einschließlich der Zukäufe und der Commerce-One-Transaktion lag bei 0,21 Euro nach 0,35 Euro im Vorjahresquartal. Ohne die Akquisitionen sei der Gewinn je Aktie binnen Jahresfrist von 0,37 auf 0,38 Euro gestiegen.
Auch beim operativen Ergebnis erfüllte SAP die Schätzungen der Experten, die 175 bis 267 Millionen Euro erwartet hatten. Der Konzern verzeichnete ein um Aktienoptionsprogramme und um die TopTier-Übernahme bereinigtes operative Ergebnis von 237 Millionen Euro. Im Vorjahr betrug das bereinigte operative Ergebnis 233 Millionen Euro.
SAP rechnet mit einem "deutlich stärkerem" zweiten Halbjahr. Im Gesamtjahr solle der Umsatz um 15 Prozent steigen, bekräftigte das Softwareunternehmen.
Zudem erwartet SAP, dass die Marge beim operativen Ergebnis (ohne Aktienoptionsprogramme und TopTier) in 2002 um mindestens ein Prozentpunkt über dem Vorjahresniveau von 20 Prozent liegen werde. Die Margenverbesserung werde mit anziehendem Softwarelizenzgeschäft und unter dem Einfluss der Kostensenkungsmaßnahmen im zweiten Halbjahr deutlich.
Den Markt für Softwarelösungen bezeichnete das Unternehmen als nach wie vor herausfordernd, wobei die Entwicklung in Europa stabil sei, während US-Kunden weiterhin zurückhaltend agierten. Die Performance in den ersten drei Monaten habe angesichts eines sehr starken Vorjahresquartals und des schwierigen Marktumfelds im Großen und Ganzen den eigenen Erwartungen entsprochen, wird Vorstandssprecher Henning Kagermann zitiert.
Analysten: Lizenzeinnahmen negativ aufgenommen
Für das Bankhaus Julius Bär sind die Zahlen des Softwarekonzerns dagegen nicht so schlecht ausgefallen, wie es der schwache Start der Aktie am Donnerstag vermuten lässt. Am Markt seien vor allem die Lizenzeinnahmen des Walldorfer Unternehmens im ersten Quartal negativ aufgenommen worden. Statt der erwarteten 450 bis 465,5 Millionen Euro standen unter dem Strich in den ersten drei Monaten nur 402 Millionen Euro. Dies sei aber "kein Problem": Bei SAP würden die Haupteinnahmen im Lizenzgeschäft im vierten Quartal eingefahren.