SARS-Angst US-Stewardessen wollen Gratis-Atemmasken
Washington - Die Gewerkschaft der Flugbegleiter verlangte am Donnerstag, die nationale Luftfahrtbehörde solle unter anderem die Ausgabe von Latexhandschuhen und Atemschutzmasken an Flugbegleiter vorschreiben. Zumindest aber sollten die Fluglinien ihrem Bordpersonal das Tragen von Handschuhen und Masken erlauben. Eine Stewardess der Singapore Airlines habe sich am 14. März auf dem Flug von New York nach Frankfurt mit der lebensgefährlichen Krankheit angesteckt, teilte die Gewerkschaft mit.
In Kanada wurde unterdessen der Tod eines siebten SARS-Patienten gemeldet. 178 Personen sollen sich in dem Land mit der Krankheit angesteckt haben. Kanada ist neben mehreren asiatischen Staaten eines der am stärksten von SARS betroffenen Länder. Wegen der Furcht vor Ansteckung sind viele Touristen dem Land ferngeblieben. Allein in Toronto werden offiziellen Angaben zufolge Verluste für den Tourismussektor in Höhe von 13 Millionen Dollar erwartet.
Während die Mitarbeiter sich sorgen, leiden die Fluglinien bereits spürbar ökonomisch unter den Folgen der Epidemie. In den vergangenen Tagen hatte Lufthansa-Chef Jürgen Weber angekündigt, eine Kürzung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich sei wahrscheinlich, wenn sich die auch durch den Irak-Krieg bedingte Krise verschärfe.
In Teilen des Unternehmens werde dann die Arbeitszeit von 37,5 Stunden auf 35 Stunden reduziert. Die Einführung der Kurzarbeit sei im Tarifvertrag genau geregelt. Erste Gespräche mit den Gewerkschaften würden geführt.
Viele Fluglinien haben als Reaktion auf die sinkende Nachfrage die Zahl ihrer Flüge reduziert. Mitte der Woche etwa kappte Singapore Airlines 125 wöchentliche Verbindungen und fuhr seine Kapazitäten damit bereits zum zweiten Mal zurück.