Satellitensystem: Europäer sichern Galileo-Finanzierung - DER SPIEGEL
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Satellitensystem Europäer sichern Galileo-Finanzierung

Bei der Planung des europäischen Satellitenprojekts Galileo haben die beteiligten Länder einen entscheidenden Durchbruch erzielt. Nach monatelangem Streit gaben die 17 Mitgliedstaaten der Europäischen Raumfahrtagentur ESA grünes Licht für das Milliardenprogramm.
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Paris - Wie die Nachrichtenagentur AFP bei der in Paris ansässigen ESA erfuhr, gaben die Raumfahrtagentur und die Europäische Kommission insgesamt 200 Millionen Euro aus anderen Vorhaben für Galileo frei. Durch die Beschlüsse des ESA-Ausschusses für Industriepolitik und des ESA-Programmausschusses können demnach die Verträge für die ersten vier Galileo-Satelliten ausgeschrieben werden. Im Laufe des nächsten Jahres müssen aber noch weitere 200 bis 230 Millionen Euro gefunden werden.

Mit Galileo will Europa dem US-Navigationssystem GPS Konkurrenz machen. Im Juni fassten die EU-Regierungen den endgültigen Beschluss, das Projekt mit insgesamt 30 Satelliten umzusetzen. Allein die Entwicklungskosten der ersten vier Satelliten werden auf eine Milliarde Euro taxiert.

ESA und EU-Kommission steuerten zunächst rund 600 Millionen Euro bei; um die fehlenden gut 400 Millionen Euro gab es Streit. Vor allem Deutschland weigerte sich, weiteres Geld zuzuschießen. Die Bundesrepublik forderte mit Blick auf ihre bereits hohe Finanzbeteiligung, das Galileo-Kontrollzentrum am Standort Oberpfaffenhofen bei München einzurichten. Auch Italien, Frankreich und Italien bestanden auf einer Realisierung im eigenen Land.

Der Zeitplan sieht den Aufbau des Galileo-Systems bis 2010 vor. Durch die Beschlüsse vom Freitag könne der Kalender eingehalten werden, hieß es bei der ESA. Ein erster Testsatellit sollte ursprünglich im November ins All starten. Die ESA erwartet seinen Start vom Raumfahrtzentrum Baikonur mit einer Sojus-Rakete inzwischen bis Ende des Jahres. Der zweite Testsatellit soll 2006 folgen. Zur ESA zählen neben den 15 alten EU-Staaten auch Norwegen und die Schweiz.