AKTIEN Schatten der Steuerreform
Erhebliche Auswirkungen auf die Kurse einzelner Unternehmen wird die Umsetzung der Steuerpläne der Bundesregierung haben. In den vergangenen Wochen gerieten kurzzeitig bereits Unternehmen wie MG Technologies oder WCM unter Druck, weil diese erhebliche Verlustvorträge mit sich herumschleppen, die künftig nach dem Willen der Berliner Politiker spätestens nach sieben Jahren verfallen sollen. Aus der Existenzkrise der früheren Metallgesellschaft 1993/94 schiebt MG Technologies in Deutschland noch Verluste von etwa zwei Milliarden Euro vor sich her. Die WCM hatte die Klöckner-Werke vor allem übernommen, um dank der hohen Verlustvorträge auf absehbare Zeit deutlich weniger Steuern zahlen zu müssen. Auch bei renommierten Konzernen wie DaimlerChrysler (Verlustvortrag Ende 2001: 4,7 Milliarden Euro) oder BMW (Rover-Desaster) könnte möglicherweise die Höhe ihres Eigenkapitals sinken, weil sie künftige und nun möglicherweise hinfällige Steuerersparnisse bereits nach internationalen Standards in ihre Bilanz eingestellt haben. Allerdings wird es letztlich auf die genauen Bestimmungen in dem Gesetzentwurf ankommen, der Ende November vorliegen soll.