Schatten über Börsengang: Sammelklage gegen Infineon - DER SPIEGEL
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Schatten über Börsengang Sammelklage gegen Infineon

Der Chiphersteller Infineon hat Ärger: Einer Zeitung zufolge haben Aktionäre in den USA eine Sammelklage wegen illegaler Preisabsprachen gegen das Unternehmen eingereicht. Das Verfahren droht, den anstehenden Börsengang erheblich zu belasten.
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Frankfurt am Main - In einer Sammelklage werfen Aktionäre dem Halbleiter-Hersteller Infineon, Ex-Vorstandschef Ulrich Schumacher und Finanzchef Peter Fischl vor, durch Preisabsprachen mit Konkurrenten die Chippreise vor einigen Jahren künstlich nach oben getrieben und Anleger geschädigt zu haben. Das berichtet die "Financial Times Deutschland". Ein Distriktrichter im kalifornischen San Jose habe am 15. Mai den Antrag Infineons auf Abweisung der Klage zurückgewiesen. Infineon habe dies bestätigt. Der Konzern hatte 2004 bereits illegale Absprachen eingeräumt und sich mit dem US-Justizministerium auf eine Vergleichszahlung über 160 Millionen Dollar geeinigt. Daraufhin war der Kurs abgestürzt.

Der Klägerseite zufolge drohe Infineon eine Vergleichszahlung von rund 500 Millionen Dollar. Infineon wies die Summe als "reine Spekulation" zurück. Rund 95 Prozent solcher Fälle endeten allerdings mit einer millionenschweren Zahlung, heißt es in dem Bericht. Ein Hauptkläger des Sammelverfahrens sei ein deutscher Privatanleger, der seinen Schaden auf mehr als 800.000 Dollar beziffere.

Für den Prozess hat Infineon dem Bericht zufolge 140 Millionen Euro beiseite gelegt. "Aus heutiger Sicht deckt diese Rückstellung alle Risiken der laufenden Verfahren im Zusammenhang mit den Kartellrechtsvorwürfen ab", zitiert die Zeitung einen Infineon-Sprecher. Hauptkläger des Sammelverfahrens sei ein deutscher Privatanleger, der seinen Schaden auf 800.000 Dollar beziffere.

Das Verfahren könnte trotzdem zur Belastung beim anstehenden US-Börsengang der abgespaltenen Speicherchipsparte Qimonda werden. "Jede Unsicherheit führt zu einem gewissen Preisabschlag", zitiert die Zeitung einen Investmentbanker. Analyst Thomas Hofmann von der Landesbank Rheinland-Pfalz mahnte allerdings zur Gelassenheit: "Welcher DRAM-Hersteller hat keine Klagen am Hals?"

ase/dpa-AFX/Reuters