Scheich-Querelen
Westliche Unternehmen, die in den ölgetränkten Vereinigten Arabischen Emiraten am Persischen Golf investiert haben, fürchten um die Einheit des vor fast fünf Jahren aus sieben Scheichtümern zusammengefügten Staatenbundes. Seit die vereinigten Golf-Scheiche jetzt uralte Grenzstreitigkeiten wiederbelebten, sehen ausländische Geschäftsleute ihren Handlungsspielraum in dem bislang als Wachstumsregion geschätzten Gebiet eingeschränkt. So verzögerte ein Grenzstreit zwischen den Emiraten Dubai und Schardscha bereits den Acht-Millionen-Dollar-Bau des mit Renault-Beteiligung geplanten
Charles-de-Gaulle-Einkaufszentrums, weil Schardscha und Dubai den Standort des Ladenkomplexes zu ihrem Territorium zählten. Ein US-Unternehmen stieß auf Widerstand, als es Ausrüstungsgüter von Dubai nach Schardscha transportieren lassen wollte. Unions-Gründer und -Präsident Scheich Said Bin Sultan, Emir von Abu Dhabi, will denn auch auf seine Wiederwahl -- im Dezember -- verzichten.