Scheinrechnungen Ex-Daimler-Manager muss ins Gefängnis
Stuttgart - Das Stuttgarter Landgericht sprach den 42-jährigen ehemaligen Controller schuldig, mit Scheinrechnungen einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe veruntreut zu haben. Dem Daimler-Konzern ist dadurch ein Schaden von 41 Millionen Euro entstanden. Der Angeklagte gab die kriminellen Machenschaften vor Gericht zu.
Der Ex-Manager hatte von 2000 bis 2005 - zuletzt in hochrangiger Leitungsfunktion - Scheinrechnungen über EDV-Dienstleistungen angewiesen, welche gar nicht erbracht worden waren. Hierfür bediente er sich mehrerer Beratungs- und Dienstleistungsfirmen, die er selbst beherrscht haben soll. Richter Joachim Härle sagte, der Angeklagte habe gezielt Kontrollmechanismen umgangen. Dabei habe er "einen hohen organisatorischen Aufwand" betrieben, um die Taten zu verschleiern.
Mit dem Urteil entsprach die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte keinen konkreten Strafantrag gestellt. Der Angeklagte wurde neben besonders schwerer Untreue in 174 Fällen auch wegen Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung verurteilt. Drei Komplizen hatten bereits im vergangenen Jahr wegen Beihilfe Bewährungsstrafen erhalten.
Der Ex-Manager will nach Gerichtsangaben einen großen Teil des Schadens wiedergutmachen. In einem Vergleichsverfahren hat sich der Mann zu einer Schadenswiedergutmachung in Höhe von 31 Millionen Euro verpflichtet. Dem Gericht zufolge sind bereits 14 Millionen Euro an Daimler geflossen.
Die Ermittler waren den dubiosen Geschäften während einer Steuerprüfung auf die Spur gekommen. Der internen Revision des Autobauers waren die Betrügereien nicht aufgefallen.
wal/ddp/AP