Schering-Übernahme: Bayer tritt gegen Merck an - DER SPIEGEL
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Schering-Übernahme Bayer tritt gegen Merck an

Das Gerücht ging schon den ganzen Tag, am Abend kam die Bestätigung. Bayer hat ein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Pharmakonzern Schering vorgelegt - und fordert Bieterkonkurrent Merck damit zu einer gigantischen Übernahmeschlacht heraus.
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Hamburg/Leverkusen - 86 Euro in bar pro Schering-Aktie lautet das Angebot des Chemieriesen Bayer. Der Gesamtwert der Transaktion: 16,3 Milliarden Euro. Die Schering-Führung äußerte sich kurz darauf. Man begrüße das Bayer-Angebot, teilte der Konzern am Donnerstagabend mit. Vorbehaltlich einer endgültigen Prüfung des Angebots werde Schering seinen Aktionären empfehlen, dieses anzunehmen.

"Die Übernahme von Schering passt ausgezeichnet in unsere strategische Zielrichtung, das Gesundheitsgeschäft vor allem im Bereich der Pharma-Spezialprodukte weiter zu stärken und damit unseren Teilkonzern Bayer HealthCare als Hauptwachstumsmotor des Konzerns substanziell auszubauen", erklärte Bayer-Vorstandschef Werner Wenning. Von dem Zusammenschluss würden "unsere Aktionäre, Mitarbeiter, Kunden und Patienten profitieren", schrieb Wenning. "Außerdem ist dieser Zusammenschluss die beste Lösung, um dem Pharma-Standort Deutschland wieder mehr Geltung zu verschaffen."

Die Schering AG und der bisherige Pharmabereich von Bayer sollten als eigenständige Division des Teilkonzerns Bayer HealthCare unter dem Namen Bayer Schering Pharma mit Sitz in Berlin zusammengeführt werden. Bayer rechnet mit einmaligen Restrukturierungskosten von etwa einer Milliarde Euro. Durch Synergien will der Konzern jährlich rund 700 Millionen Euro sparen.

Die Darmstädter Merck KgaA hatte Mitte März 77 Euro pro Schering-Aktie oder insgesamt 14,6 Milliarden Euro geboten. Schering hatte das Angebot als "unerwünscht" und unzureichend abgelehnt. Am Abend zeichnete sich noch nicht ab, ob Merck sein Angebot erhöhen wird.

Erste Gerüchte ließen Schering-Kurs in die Höhe schießen

Gegen 13 Uhr war der Kurs der Schering-Aktie im Frankfurter Handel plötzlich nach oben geschossen. Das Papier, dessen Wert bis dahin um den Vortagesschluss gependelt hatte, gewann zwei Prozent auf 84,70 Euro.

Anlass für den Kursausschlag war ein Bericht der "Welt", demzufolge Bayer ein Angebot für Schering vorbereitet und damit Merck überbieten könnte. Merck hatte Mitte März 77 Euro pro Schering-Aktie oder insgesamt 14,6 Milliarden Euro geboten. Schering hatte das Angebot als "unerwünscht" und unzureichend abgelehnt.

Laut "Welt" hat sich Bayer in der Vergangenheit mehrfach mit dem Kauf von Schering beschäftigt. Besonders nachdem die Leverkusener 2001 durch den Rückzug des Blutfettsenkers Lipobay in die Krise gerieten, soll Bayer eine Übernahme genau geprüft, die Pläne dann allerdings verworfen haben. Ein Grund dafür sei der Widerstand des Schering-Managements gewesen.

rüd/dpa/Reuters/AP