Schiffsprojekt "Genesis": Ein neuer Gigant der Meere entsteht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Schiffsprojekt "Genesis" Ein neuer Gigant der Meere entsteht

Es soll das größte Passagierschiff der Welt werden und das teuerste zugleich: Fast eine Milliarde Euro investiert eine norwegisch-amerikanische Reederei in einen Luxusliner, der mit 360 Metern Länge sogar die erst zwei Jahre alte Rekordhalterin "Queen Mary 2" übertrifft.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Kreuzfahrtliebhaber mit großem Portemonnaie müssen sich noch bis zum Herbst 2009 gedulden. Dann erst soll der neue Stolz der Reederei Caribbean Cruises die Werft verlassen. Den Bauauftrag hat der norwegische Werftkonzern Aker mit Sitz in Oslo an Land gezogen, der das Schiff in Finnland bauen will.

Der Name für die schwimmende Kleinstadt ist noch geheim. Nur so viel teilt die Werft mit: Das Projekt heißt "Genesis" - wie das erste Buch Mose, das die Schöpfung der Erde beschreibt.

Das Modell soll die 345 Meter lange "Queen Mary 2", das bisher längste Passagierschiff der Welt, um 15 Meter übertreffen. Rund 5400 Menschen sollen darin Platz finden und die Weltmeere bereisen können, teilt Aker heute mit - auf dem amtierenden Größenweltmeister ist Raum für 2620 Passagiere. Die Breite gibt Aker mit 47 Metern an - sechs Meter mehr als die "QM 2".

Option für ein weiteres Schiff

Länger, breiter - und auch teurer: Aker schätzt die Kosten für den Bau auf 900 Millionen Euro. Das werde in der finnischen Werft 5800 Arbeitsplätze über Jahre sichern, teilt das Unternehmen mit. Für die "QM 2" hatte die Reederei Cunard Lines der französischen Werft Alstom Chantiers de l'Atlantique rund 870 Millionen Euro überwiesen - zu Baubeginn war noch von 700 Millionen Euro die Rede. Sollten Aker und Carribean Cruises eine ähnliche Fehlerquote in ihren Berechnungen einkalkuliert haben, könnte das neue Schiff das erste sein, das mehr als eine Milliarde Euro kostet.

Das Projekt Genesis soll laut Mitteilung von Aker ein Prototyp für ein mögliches weiteres Schiff für Carribean Cruises werden, der Vertrag beinhaltet eine Option für ein zweites Schiff. Der Konzern hat für die Reederei bereits elf Schiffe gebaut. Neben dem neuen Meeresriesen sind drei weitere Schiffe geplant. Im April liefert Aker die 339 Meter lange "Freedom of the Seas" an Carribean Cruises aus, die zwar sechs Meter kürzer ist als der Konkurrent mit dem königlichen Namen, jedoch mit 4370 Passagieren den bisherigen "QM 2"-Rekord bricht.

kaz